"Der rechte, schwule Jens Spahn": Grünen-Politikerin pöbelt gegen CDU-Politiker und sorgt für Eklat

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SPAHN
"Der rechte, schwule Jens Spahn": Grünen-Politikerin pöbelt gegen CDU-Politiker | dpa
Drucken
  • Die Bremer Grünen-Politikerin Helga Trüpel hat vom CDU-Finanzstaatssekretär als den "rechten, schwulen Jens Spahn" gesprochen
  • Medien bezeichneten die Äußerung als homophob - mittlerweile entschuldigte sich Trüpel

Auf dem Landesparteitag der Bremer Grünen hat die Politikerin Helga Trüpel für Empörung gesorgt. Die EU-Abgeordnete sprach am Samstag in ihrer Rede über die derzeitigen Sondierungsgespräche von Union, FDP und ihrer eigenen Partei.

"Wenn das Verhandlungsergebnis gut genug ist, sollten wir es machen", zitiert die Tageszeitung "Welt" Trüpel. Ihre folgende Aussage missglückte allerdings: "Wenn Merkel das nicht hinkriegt, dann ist sie weg. Und dann kommt dieser rechte, schwule Jens Spahn vielleicht. Daran habe ich nun gar kein Interesse."

Jens Spahn ist CDU-Finanzstaatssekretär, gilt als prominenter Vertreter des konservativen Flügels seiner Partei - und ist offen homosexuell.

Trüpel entschuldigt sich

Hinterher stellte Trüpel in einem Schreiben ihre Äußerung klar. Die Bremer Fernsehsendung "Buten und Binnen" verurteilte ihre Aussage als homophob.

"Ich habe auf Nachfrage von BuBi ("Buten und Binnen", Anm. d. Red.) gesagt, dass ich bei der Formulierung einen Fehler gemacht habe, weil ich hätte sagen müssen und wollen, dass Jens Spahn, obwohl er schwul ist, rechte Gesellschaftspolitik macht, was ich deutlich kritisiere", schreibt Trüpel.

Von einem homosexuellen Politiker, der selbst Ausgrenzung und Diskriminierung kenne, habe sie mehr Mitgefühl für Flüchtlinge und Migranten erwartet, begründet Trüpel ihre Äußerung.

Spahn ist als scharfer Kritiker der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bekannt - und kritisierte in der Vergangenheit mehrfach die angebliche Integrationsunwilligkeit von Muslimen.

Diese Einstellung Spahns habe Trüpel verurteilen wollen, nicht seine sexuelle Einstellung. "Aber ich gebe zu (...), dass die Formulierung nicht gut genug war und damit missverstanden werden konnte. Dafür habe ich mich entschuldigt", schreibt sie.

"Ihre Entschuldigung macht es leider auch nicht besser"

Grünen-Politikerin Trüpel zieht aus ihrer missglückten Äußerung auch persönlich Konsequenzen. Sie werde ihre Mitgliedschaft "bei den Bremer Grünen ruhen zu lassen, bis wir unsere Konflikte geklärt haben", schreibt sie.

Trüpel sitzt seit 2004 für die Bremer Grünen im Europaparlament. Dieses Mandat will sie bis zum Ende der Legislaturperiode im Juli 2019 weiter wahrnehmen.

Ralph Saxe, Vorstandssprecher der Bremer Grünen, nahm die Entschuldigung von Trüpel an. "Helga Trüpel hat das richtiggestellt und sich dafür entschuldigt", sagte Saxe der "Welt".

Die CDU dagegen ist noch nicht zufrieden. Landeschef Jörg Kastendiek verurteilte gegenüber der "Welt" Trüpels Äußerung scharf: Sie zeige eine tief verwurzelte Intoleranz auf. "Ihre Entschuldigung macht es leider auch nicht besser", sagte er.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(mf)

Korrektur anregen