Ende des Acht-Stunden-Tages? Chef der Wirtschaftsweisen fordert Gesetzeslockerung

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Ende des Acht-Stunden-Tages? Wirtschaftsweise fordern Gesetzeslockerung | AJ_Watt via Getty Images
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  • Die Wirtschaftsweisen wollen eine Lockerung des Arbeitszeitgesetzes - und eine Abkehr vom Acht-Stunden-Tag
  • Arbeitgeber fordern seit Längerem eine Änderung der Regeln

Die Wirtschaftsweisen fordern die Politik dazu auf, das Arbeitszeitgesetz zu lockern. Sie plädieren für ein Ende des klassischen Acht-Stunden-Tages.

"Flexiblere Arbeitszeiten sind wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen", sagte der Vorsitzende des Gremiums, Christoph Schmidt, der "Welt am Sonntag".

Firmen müssten in der digitalisierten Welt agiler und schneller arbeiten können. "Die Vorstellung, dass man morgens im Büro den Arbeitstag beginnt und mit dem Verlassen der Firma beendet, ist veraltet", betonte Schmidt.

"Der starre Acht-Stunden-Tag ist passé"

Eine Reform des Arbeitszeitgesetzes steht auch auf der Liste der Jamaika-Verhandler in Berlin derzeit.

Arbeitgeber fordern seit längerem, dass die Regelung gelockert werden. Sie plädieren für eine Arbeitszeit, die nicht mehr auf acht Stunden begrenzt wird, stattdessen solle eine Wochenarbeitszeit von maximal 48 Stunden gelten, berichtet die "Welt am Sonntag".

"Wir brauchen bessere Möglichkeiten, die Arbeitszeit über die Woche hinweg flexibel zu verteilen. Es geht nicht um eine Ausdehnung der Wochenarbeitszeit. Aber der starre Acht-Stunden-Tag für alle im Gleichschritt ist passé", hatte kürzlich Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer gesagt.

"Aber die Politik hält fest an einem Arbeitszeitgesetz aus der Stechuhrzeit des letzten Jahrhunderts. Das behindert Wachstum und Beschäftigung. Gute, sichere Jobs müssen flexibel sein", bekräftigte Kramer.

Wirtschaftsweisen warnen vor heimlicher Mehrarbeit

Widerstand gegen eine Reform kommt von den Gewerkschaften. Auch Wirtschaftsweise Schmidt warnt gegenüber der "Welt am Sonntag" vor heimlicher Mehrarbeit:

"Eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes darf nicht bedeuten, dass man heimlich die Arbeitszeit ausweitet", warnte er. "Möglicherweise wünschen sich das die Arbeitgeber, aber es sollte lediglich darum gehen, die bestehende Arbeitszeit flexibler über den Tag und innerhalb der Woche zu verteilen."

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Mit Material der dpa.

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(mf)

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