"Dumm wie Brot": Mit seinen Aussagen über Russland empört Trump die Opposition und die Medien in den USA

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TRUMP PUTIN
Putin und Trump in Vietnam | dpa / huffpost
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  • US-Präsident Trump hat am Samstag beteuert: Er glaube seinem Amtskollegen Putin, dass Russland sich nicht in die US-Wahlen eingemischt habe
  • Mit seinen Aussagen sorgte Trump für Empörung bei der Opposition und den Medien in den USA

Eigentlich habe er sich nicht schlecht geschlagen. Bis zu diesem Samstag jedenfalls, kommentiert der US-Sender CNN die Asien-Reise von Donald Trump.

An diesem Samstag erklärte der US-Präsident nämlich
, er schließe sich weiterhin der Aussage seines russischen Amtskollegen Wladimir Putin an: Demnach habe Russland die US-Wahlen 2016 nicht beeinflusst.

"Jedes Mal, wenn er mich sieht, sagt er 'Ich habe das nicht gemacht', und ich glaube ihm wirklich, wenn er das sagt, er meint das so", sagte Trump an Bord der Air Force One auf dem Weg nach Hanoi mitreisenden Reportern.

Die Aussage sorgte für Empörung in den USA. Seit Amtsantritt verfolgt Trump die Affäre um die Einmischung der Russen bei den Wahlen und der Verdacht, es habe Absprachen zwischen seinem Wahlkampf-Team und dem Kreml gegeben.

Trump glaubt Putin - aber nicht den eigenen Geheimdiensten

Der letzte Vorwurf ist nicht belegt - doch was die Beeinflussung der US-Wahlen angeht, sind sich die US-Geheimdienste sicher: Russland hat versucht, die Wahlen zu manipulieren. Am Samstag wiederholte CIA-Direktor Mike Pompeo diese Einschätzung: Die Faktenlage habe sich nicht geändert.

Trump scheint den Worten des russischen Präsidenten mehr zu vertrauen als den Aussagen und Berichten der eigenen Geheimdienste. Es ist diese Tatsache, die in den USA für Aufregung sorgt.

US-Demokrat und Mitglied des Justizausschusses des Repräsentenhauses, Adam Schiff, klagte auf Twitter: "Wissen Sie wer beleidigt ist, Mr. Präsident? Das amerikanische Volk. Sie glauben einem ausländischen Rivalen statt unserer Geheimdienste."

US-Demokrat Ted Lieu beschimpfte Trump heftig. Der US-Präsident sei "dumm wie Brot", zitiert ihn die "New York Times". Auf Twitter schrieb der Politiker, Trump wisse, dass die US-Geheimdienste die Einmischung Russlands belegen könnten. "Ich kann Ihnen sagen, Trump lügt", behauptete Lieu.

"Trump schießt sich selbst ins Bein"

Auch die Medien hielten sich mit Kritik nicht zurück. CNN kommentierte die Aussagen des US-Präsidenten am Samstag mit den Worten: “Trump spricht Putin frei - und schießt sich selbst ins Bein”.

"Trump gibt weiterhin einem Staatschef Legitimität, der eine gut dokumentierte Geschichte von missbräuchlichem Verhalten vorweisen kann - ohne, dass er zu diesem Zeitpunkt etwas zurückerhält", heißt es in dem Kommentar.

Mit seinen Aussagen schade Trump sich selbst, weil sie die im Vietnam beschlossene Zusammenarbeit der USA mit Russland in Syrien überschattet. "Jede Verhandlung wird verdächtig, nicht wegen der Medien, sondern wegen Trump und seines Teams."

Dazu komme, dass Trump weiterhin an seiner "America First"-Politik festhalte - und die USA international isoliere. Die Vereinigten Staaten hatten sich im Januar aus dem Handelsabkommen TPP zurückgezogen, die pazifischen Staaten schlossen an diesem Wochenende einen Deal ohne die USA.

"Der Präsident schließt seine Tour als politisch außerordentlich schwacher Anführer ab, der nicht die Kraft hat, die Debatten zuhause in die richtige Richtung zu bewegen", lautet das Fazit von CNN.

"Nicht die Handlungen eines Unschuldigen"

Noch deutlicher wurde der konservative Journalist und Trump-Kritiker David Frum vom US-Magazin "The Atlantic". Zu diesem Zeitpunkt könne es keine "unschuldige Erklärung" mehr dafür geben, dass Trump die Wahrheit über die Manipulationsversuche der Russen zurückweise.

Zu Beginn seiner Amtszeit hätte man argumentieren können, dass nicht alle Fakten bekannt seien. "Oder dass er faul ist. Oder stur. Oder uninformiert. Oder irgendetwas anderes… als mitschuldig. Jetzt nicht mehr", schreibt Frum in seinem Kommentar.

Der Journalist erinnert daran, dass die Trump-Regierung noch immer nicht schärfere Sanktionen gegen Russland umgesetzt habe und dass der Präsident den FBI-Direktor James Comey gefeuert habe, der die Russland-Affäre untersuchte.

"Das sind nicht die Aktionen eines unschuldigen Mannes, so eitel, stur oder uninformiert er auch sein mag", schreibt Frum.

Zwar sei nicht bewiesen, dass Trump selbst in die russischen Attacken auf die US-Demokratie eingeweiht gewesen sei. Aber: "Was immer unbestreitbarer wird, ist Trumps Mitschuld nach den durchgeführten Attacken."

Trump wolle keine Aufklärung der russischen Einmischung, immerhin habe er als Wahlsieger davon profitiert, lautet Frums These.

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