Böhmermann teilt wieder gegen Erdogan aus: Fans des türkischen Präsidenten laufen Sturm

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  • Entertainer Jan Böhmermann hat sich erneut über den türkischen Präsidenten Erdogan lustig gemacht
  • Seine Witze über das erste türkische Auto, das Erdogan bauen lassen will, kamen nicht bei allen gut an
  • Im Video oben: Nach seinem Schmähgedicht "entschuldigte" sich damals Böhmermann bei Erdogan

Es war der politische Skandal des vergangenen Jahres. Die "Böhmermann-Affäre" hat es sogar zu einem eigenen Wikipedia-Eintrag gebracht.

Nachdem Entertainer Jan Böhmermann in seiner Sendung ein satirisches Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vorgetragen hatte, zog der Staatschef gegen den ZDF-Moderator vor Gericht. Zwischen Deutschland und der Türkei brach eine diplomatische Krise aus.

Lange hielt sich Böhmermann in der Folge der Affäre mit Witzen über Erdogan zumindest dezent zurück. Jetzt hat der Entertainer gegen den türkischen Präsidenten nachgelegt – und bei Unterstützern Erdogans erwartungsgemäß für Empörung gesorgt.

Am Donnerstagabend witzelte Böhmermann in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" über die Pläne des Präsidenten, bis 2021 ein türkisches Auto auf den Markt zu bringen.

"Der Anwalt von Erdogan lässt schön grüßen und ich soll mal fragen, ob einer von Ihnen einen 13er-Maulschlüssel dabei hat – oder ob jemand weiß, wie man Autos baut", fragte Böhmermann sein Studio-Publikum.

Den "AK-Pkw" nannte der Satiriker das geplante Fahrzeug in Anspielung auf die Erdogan-Partei AKP. "Oder heißt der Wagen Recep? Auf jeden Fall ist er wahnsinnig schnell auf 180."

Wütende Reaktion der deutschen Erdogan-Lobby

Der Rückwärtsgang heiße "Erdogang“ – "und es ist auch der einzige Gang". Hinten am Auto sei eine Anhängerkupplung, "da kann man dann einen Gülen-Anhänger dranbinden".

"Putsch, Putsch, Putsch, Putsch", imitierte Böhmermann das Geräusch eines startenden Motors. Und eine weitere Besonderheit des Wagens: "Man kommt aus dem Auto nur raus, wenn sich Gerhard Schröder persönlich für einen einsetzt."

Halil Ertem, Gründer der deutschen Erdogan-nahen Partei Allianz Deutscher Demokraten postete bei Twitter den Ausschnitt aus Böhmermanns Sendung. "Werde gezwungen für 'Inhalte' zu zahlen, die Millionen Mitbürger stören, beleidigen, diffamieren, ausgrenzen", schrieb er dazu. Das "Gegrunze" auf Kosten von Minderheiten müsse ein Ende haben. Andere Nutzer beleidigten Böhmermann ganz offen als "Hurensohn".

"Wenn die GEZ nicht wäre, würde sich derjenige auch nicht so eine große Fresse leisten können!", schrieb einer.


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