Alleinerziehende Mutter sagt in RTL-2-Doku etwas Unbedachtes – jetzt will ihr Arbeitgeber 500 Euro von ihr

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  • Eine Mutter, die in einer RTL-2-Doku auftrat, soll Geld an ihren Arbeitgeber zurückzahlen
  • In der Sendung offenbarte sie, dass sie Zuschüsse vom Amt bekommt, von dem ihr Arbeitgeber nichts wusste
  • Doch die Mutter könnte im Recht sein
  • Oben im Video: So werden Alleinerziehende auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert

Es war ein Fernsehauftritt, den die zweifache Mutter Alexandra Dürr, wohl bereuen wird. Dürr war in der RTL-2-Dokuserie "Hartz und herzlich" über das Leben von Menschen in prekären Situationen zu sehen.

Nachdem ihr Arbeitgeber, ein Pflegeunternehmen, die junge Frau aus Bitterfeld-Wolfen im Fernsehen sah, forderte er fast 500 Euro von ihr. 484 Euro sollte Dürr dem Unternehmen zahlen – weil die Firma der Mutter ein Jahr lang einen Kita-Zuschuss auszahlte, der ihr offenbar nicht zusteht. Das berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung".

Denn: Bei "Hartz und Herzlich" erklärte die Mutter, dass sie vom Amt Geld für den Kita-Besuch ihres Sohnes bekomme. Der Betrieb zahlte der Aufstockerin jedoch zur gleichen Zeit ebenfalls einen Zuschuss – und wusste offenbar nicht vom Geld des Amtes.

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In einem Schreiben, aus dem die "MZ" zitiert, heißt es: "Aufgrund Ihrer Äußerungen im Fernsehbeitrag ,Hartz und herzlich’ mussten wir feststellen, dass Sie von der Komba ABI (dem zuständigen Jobcenter, d. Red.) monatlich die Kita-Kosten in voller Höhe von 180 Euro erhalten, neben dem von uns seit 1. November 2016 an Sie monatlich geleisteten Kita-Zuschuss in Höhe von je 44 Euro. Somit erhalten Sie von uns eine Leistung, die Ihnen nicht zusteht."

Dürr ist über die Forderung erbost. Ihr Sohn sei in der Tagesstätte auf die Vollverpflegung angewiesen – allein die koste bis zu 70 Euro im Monat. "Das würde mir sehr wehtun, 484 Euro sind sehr viel Geld, das wir zum Beispiel für einen Urlaub verwenden könnten", sagte sie der "MZ".

Ein Anwalt bestätigte der Zeitung, dass es Grund zur Annahme gibt, dass die Forderung des Arbeitnehmers nicht rechtens ist. Das Unternehmen lehnte eine Kommentierung ab. Die 26-jährige Mutter hat zwei Kinder von zwei Männern, ihre Tochter bekam sie bereits mit 16 Jahren, wie Dürr in der RTL-2-Sendung berichtet.

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