"Rabimmel, rabammel, rabumm": Ein skurriles Video offenbart, wie frustriert die Grünen gerade sind

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  • In den Jamaika-Sondierungen herrscht bei den Grünen offenbar Frust
  • Fraktionschefin Göring-Eckardt kritisiert die anderen Sondierer wegen ihres fehlenden Entgegenkommens

Die Grünen haben es nicht leicht. Da macht die Partei in scheinbar Sankt-Martin-hafter Großzügigkeit Zugeständnisse – nur damit die anderen Jamaika-Parteien die Kompromisse kurz darauf in der Luft zerpflücken.

Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt zumindest ist Frust anzuhören. In einem Video zum Stand der Sondierungsverhandlungen forderte die Grünen-Frau am Freitagabend: "Jetzt muss eigentlich von den anderen auch mal ein Kompromissangebot kommen – und zwar ein ernsthaftes."

Dabei nutzte Göring-Eckardt selbst das Beispiel des Sankt Martin: "Wer kleine Kinder hat, weiß, heute ist rabimmel, rabammel, rabumm. (...) Vor allen Dingen geht es natürlich um das Teilen. Das hätte uns in dieser Woche auch ganz gut gefallen, wenn mal Teilen so gegenseitig stattgefunden hätte."

Anfang vergangener Woche hatten die Grünen zwei rote Linien in der Umweltpolitik aufgegeben. So besteht die Partei in den Verhandlungen nicht länger auf das Aus des Verbrennungsmotors bis 2030, auch der Kohleausstieg im selben Jahr sei verhandelbar.

Besonders die CSU hatte jedoch vor allem mit Spott reagiert. "Wenn man Schwachsinnstermine abräumt, dann ist das ja noch kein Kompromiss", polterte so etwa Landesgruppenchef Alexander Dobrindt.

Mehr zum Thema: Die Möglichmacher: Wie die Grünen gerade zum Motor der Jamaika-Sondierungen werden

Leichter wird es für die Öko-Partei wohl auch in der kommenden Woche nicht. Am Sonntag wollen die Verhandlungsführer über Themen für mögliche Koalitionsverhandlungen entscheiden. Beim Treffen der Parteispitzen soll es dann unter anderem um Geld, Klima sowie um die Migration gehen.

Grüne haben mehrere Ministerien im Visier

Die Grünen dringen trotz der Zugeständnisse auf Fortschritte beim zentralen Streitthema Klimaschutz.

Der Handlungsbedarf zum Erreichen der Ziele bis 2020 "kann nicht Gegenstand von politischem Gefeilsche sein, sondern ist wissenschaftlich klar benannt", sagte Parteichefin Simone Peter der Deutschen Presse-Agentur. "Wir müssen die Lücke füllen, statt sie kleinzureden. Deswegen brauchen wir ambitionierte Maßnahmen, um das vereinbarte Bekenntnis zu den Klimazielen zu erreichen.“

Der Klimaschutz ist ein zentrales Streitthema zwischen Liberalen und Grünen in den Jamaika-Sondierungen. Das deutsche CO2-Sparziel für 2020 - 40 Prozent weniger Treibhausgase im Vergleich zu 1990 - gilt als nur noch schwer erreichbar. Die FDP hatte das deutsche Ziel für 2020 wiederholt in Frage gestellt.

Gleichzeitig zeichnet sich ab, welche Ressorts die Grünen in einer möglichen Jamaika-Koalition beanspruchen wollen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte der "Bild", die Ministerien Umwelt, Agrar oder Verkehr seien auf der Wunschliste seiner Partei. "Das sind die Ressorts, die wir im Auge haben", bestätigte Kretschmann.

Noch immer werden Grünen-Chef Cem Özdemir jedoch auch Ambitionen auf den Posten des Außenministers nachgesagt. Im Gegenzug für das Ressort – das gilt als sicher – müsste die Partei wohl noch weitere Zugeständnisse akzeptieren.

Mit Material der dpa.

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