Von wegen Entspannung: Eine Zahl zeigt, wie tief Griechenland noch immer in der Krise steckt

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ATHENS POOR
Der Fischmarkt in Athen | Alkis Konstantinidis / Reuters
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  • Fast zwei Drittel der Griechen haben keinen Vollzeitjob
  • Viele Arbeitnehmer verdienen weniger als 400 Euro im Monat
  • Die Zahlen zeigen, dass die sinkende Arbeitslosenquote keine Entwarnung für das Krisenland bedeutet
Es ist eine besorgniserregende Zahl, die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Griechenlandkrise zerschlagen dürfte.

Fast zwei Drittel aller griechischen Arbeitnehmer haben keinen Vollzeitjob. Stattdessen arbeiten rund 60 Prozent der Menschen in sogenannten "flexiblen" Beschäftigungsverhältnissen, also in Teilzeit oder Rotation, berichteten griechische Medien am Samstag unter Berufung auf Zahlen des griechischen Ministeriums für Arbeit.

Der Anteil der flexibel Beschäftigten stieg demnach im Oktober dieses Jahres auf 62 Prozent - von rund zwei Millionen Arbeitnehmern waren gut 1,1 Millionen ohne Vollzeitarbeitsvertrag beschäftigt.

Grund dafür sind neben der von den Gläubigern des Landes geforderten Liberalisierung des Arbeitsmarktes auch die unsichere Wirtschafts- und Finanzlage Griechenlands sowie die hohe Arbeitslosigkeit.

Zahl relativiert den leicht positiven Trend

Die aktuellen Zahlen werfen einen Schatten auf die griechische Arbeitslosenquote, die in den vergangenen Monaten leicht gesunken ist. Vor allem junge Menschen arbeiten oft für weniger als 400 Euro im Monat. Viele von ihnen leben deshalb am Rande der Armut und sind auf die Unterstützung ihrer Familien angewiesen.

Noch immer ist etwa jeder fünfte Grieche ohne Beschäftigung.

Die EU-Kommission schraubte zuletzt ihre Wachstumsprognose für das hoch verschuldete Land für 2017 deutlich zurück und geht nun von 1,6 Prozent aus (Frühjahresgutachten: 2,1 Prozent).

Das liegt vor allem am schwachen Binnenkonsum in dem Land. In den kommenden beiden Jahren soll das Wachstum allerdings auf jeweils 2,5 Prozent ansteigen. Auch die Verschuldung soll zurückgehen. Offen ist allerdings, ob Griechenland Mitte 2018 ohne weitere Komplikationen das derzeit laufende Hilfs- und Kreditprogramm der internationalen Geldgeber abschließen kann.

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