George Takei soll einen jungen Mann sexuell belästigt haben

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Nun ist auch er Teil des Sex-Skandals in Hollywood: "Star Trek"-Star George Takei

Ein Ex-Model und Schauspieler wirft George Takei (80) vor, ihn 1981 sexuell belästigt zu haben. Der Ankläger, Scott R. Brunton, der zum Zeitpunkt des angeblichen Vorfalls 23 Jahre alt war, behauptet, Takei habe ihn ausgenutzt, als er am verwundbarsten war. "Es ist schon lange her, aber ich habe es niemals vergessen", erzählt Brunton im Gespräch mit "The Hollywood Reporter".

Es sei eine dieser Geschichten, die man sich im Kreise einer Gruppe erzählt, wenn es um bizarre Vorfälle im Leben geht, so Brunton. "Ich erzähle es schon seit Jahren, aber plötzlich bin ich sehr nervös." Brunton erzählt, dass er 1981 in Hollywood lebte und dort als Kellner arbeitete. Zu diesem Zeitpunkt habe gerade seine Karriere als Werbedarsteller und Model begonnen. In einer Bar habe er den damals 43- oder 44-jährigen Takei kennengelernt und mit ihm Nummern ausgetauscht. Von da an hätten sie immer wieder miteinander telefoniert oder sich zufällig in Clubs getroffen.

Auf ein paar Drinks

Als Brunton dann mit seinem damaligen Freund Schluss machte, habe er mit Takei gesprochen. "Er sagte, 'lass mich wissen, was deine neue Nummer ist' und ich gab sie ihm." Takei habe ihn dann kurz darauf angerufen und zum Essen und ins Theater eingeladen. Er sei ein guter Zuhörer gewesen, erinnert sich Brunton, der zu dieser Zeit noch immer seiner alten Liebe hinterher trauerte.

Noch in derselben Nacht seien die beiden Männer in Takeis Wohnung gegangen, um sich noch einen Drink zu genehmigen. "Wir hatten einen Drink und er fragte mich, ob ich noch einen will", erinnert sich Brunton. Er stimmte zu. "Also hatte ich einen zweiten, und plötzlich fühlte ich mich sehr desorientiert und schwindelig und ich dachte, ich würde ohnmächtig werden." Takei habe ihm angeboten, sich in einen Sitzsack zu setzen, wo Brunton nach eigener Aussage schließlich bewusstlos geworden sein muss.

"Er begrabschte meinen Schritt"

"Das nächste woran ich mich erinnere, war, dass ich zu mir kam und er meine Hose bis zu meinen Knöcheln heruntergezogen hatte, und er begrabschte meinen Schritt und versuchte, meine Unterwäsche auszuziehen und mich gleichzeitig zu befummeln und seine Hände in meine Unterhose zu kriegen," schildert Brunton. Er habe dann gefragt, was Takei da mache und sagte: "Ich will das nicht." Doch Takei habe ihm geantwortet, er solle relaxen, es sich gemütlich machen. Brunton habe ihn daraufhin weggestoßen und gesagt, dass er nun gehen werde.

Takei habe ihn nicht daran gehindert, ihm aber gesagt, dass er nicht in der Lage sei, Auto zu fahren. Unter Schock habe Brunton die Wohnung von Takei verlassen, sich in sein Auto gesetzt und dort verharrt, bis er sich wieder fit genug fühlte, um nach Hause zu fahren. Brunton hat nach eigenen Aussagen lange damit gehadert, die Geschichte öffentlich zu machen. Doch nach dem Harvey-Weinstein-Skandal und insbesondere als Takei auf die Vorwürfe gegen Kevin Spacey reagierte, habe er seine Meinung geändert.

Takeis Aussage zur Causa Spacey brachte das Fass zum überlaufen

Ende Oktober äußerte sich Takei im "Hollywood Reporter" zur Causa Spacey und sagte: "Männer, die andere missbräuchlich belästigen oder angreifen, tun dies nicht, weil sie schwul oder heterosexuell sind - das ist eine Ablenkung. Sie tun es, weil sie die Macht haben und sie beschließen, sie zu missbrauchen."

Brunton fand Takeis Reaktion ärgerlich: "Ich will nichts anderes als eine Entschuldigung von ihm." Er sei sich aber sicher, "er wird das alles verleugnen, ich weiß nicht, vielleicht auch nicht".

Vier langjährige Freunde von Brunton bestätigten dem "Hollywood Reporter", dass er ihnen schon vor einigen Jahren von dem Vorfall mit Takei erzählt hatte. Takei selbst war für das Branchenmagazin nicht erreichbar. Eine Sprecherin gab an, dass der Schauspieler aktuell in Japan und Australien auf Reisen sei. Takei wurde vor allem durch seine Rolle als Hikaru Sulu in der TV-Serie "Star Trek" berühmt. Er ist außerdem als Autor und Aktivist bekannt. Er setzt sich für die Rechte der LGBTQ-Community ein.

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