In Berlin eröffnet ein neues Flüchtlingsheim - so perfide schüren Fremdenfeinde Angst

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LICHTERFELDE
Schon 2015 gab es Proteste gegen ein Flüchtlingsheim in Lichterfelde | Adam Berry via Getty Images
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  • In Berlin entsteht eine neue Flüchtlingsunterkunft für mehr als 200 Flüchtlinge
  • Fremdenfeinde hetzen mit gefälschten Handzetteln gegen das Projekt

Mehrere tausend Flüchtlinge leben in Berlin immer noch in unzumutbaren Unterkünften: Viele in Turnhallen oder dem ehemaligen Flughafen Tempelhof.

Dort haben sie es kaum Platz, es gibt keine Gemeinschaftsräume und so gut wie keine Privatsphäre. Doch 256 Flüchtlinge können jetzt in eine neue Unterkunft in Berlin-Lichterfelde umziehen.

Dort haben sie etwas mehr Platz, es gibt Gemeinschaftsräume und Kochgelegenheiten, damit die Flüchtlinge sich selbst versorgen können.

Ratschläge für die Anwohner

Doch bereits vor dem Einzug der Flüchtlinge schürten Fremdenfeinde auf perfide Art und Weise Angst vor den neuen Nachbarn: Mit Handzetteln, die denen einer Willkommensinitiative für Flüchtlinge nachempfunden sind - inklusive “Refugees welcome”-Logo.

Auf den ersten Blick wirkt der Flyer täuschend echt - auf den zweiten offenbart er üble Hetze gegen Flüchtlinge, verpackt in abstrusen Vorschlägen:

Frauen oder ältere Menschen sollten im Dunkeln nur noch in männlicher Begleitung auf die Straße gehen. Kinder sollen außerhalb des Hauses nicht unbeaufsichtigt gelassen werden.

Außerdem sollten Frauen unbedingt auf “beinfreie Röcke oder enganliegende Kleidung, insbesondere auch Jogging-Kleidung” verzichten.

"Wägen Sie ab, ob die Strafanzeige wirklich nötig ist"

Im Zweifel, so fordern es die Verfasser, sollten sich Frauen an ihre Männer wenden: “Liebe Männer, unterstützt eure Frauen bei der Auswahl angemessener Kleidung!” Denn die, glauben die Verfasser anscheinend, wüssten sicher was angemessen ist.

Trauriger Höhepunkt der rechten Angstmache: “Im Falle von Gewaltdelikten und anderen Straftaten wägen sie dagegen bitte ab, ob eine Strafanzeige wirklich unbedingt nötig ist.”

Denn die Strafanzeige würde ja ein schlechtes Licht auf die Flüchtlinge werfen - so steht es zumindest auf dem Flugblatt.

Der “Tagesspiegel”-Journalist Matthias Meisner postete den Handzettel auf Twitter - viele User waren schockiert von der perfiden Strategie der Fremdenfeinde.

Die Urheber sind unbekannt

Das Willkommensbündnis Stieglitz-Zehlendorf, das sich vor Ort für Flüchtlinge engagiert, distanzierte sich von dem fremdenfeindlichen Flugblatt.

Die Urheber des Handzettels sind bisher nicht bekannt.

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(ben)

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