Raucherhusten ist mehr als Husten: Diese schlimmen Folgen hat COPD

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Die Krankheit beginnt schleichend. Mit Husten, der allmählich häufiger und hartnäckiger wird. Hinzu kommen ein schleimiger Auswurf und Luftnot. | LeoPatrizi via Getty Images
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  • COPD gilt als "Raucherhusten"
  • Neben der k√∂rperlichen Belastung leiden die Betroffenen unter Angst und Panik
  • Wie sehr die Krankheit das Leben einschr√§nken kann

"Raucherhusten" klingt harmlos. Wie eine Erkältung - nur kommen die Symptome eben zum Beispiel nach dem Rauchen. Die schlimmen Folgen, die die Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD) hat, kennt vermutlich nicht jeder.

Die Krankheit beginnt schleichend. Mit Husten, der allmählich häufiger und hartnäckiger wird. Hinzu kommen ein schleimiger Auswurf und Luftnot. Im Endstadium droht Atemversagen.

‚Ėļ Die COPD schr√§nkt das Leben mehr ein als ein Husten es k√∂nnte.

Schätzungsweise vier Millionen Menschen in Deutschland und 400 Millionen weltweit leiden an COPD, der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung, Tendenz weiter steigend. Eine Heilung gibt es nicht. Deswegen setzt die Medizin darauf, das Fortschreiten der Krankheit hinauszuzögern.

Was COPD f√ľr den Betroffenen bedeutet

Je nach Stadium schränke COPD den Alltag stark ein, berichtet Norbert Griffel, Betroffener und Gruppenleiter bei der "Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland" in Frankfurt. "Bei jeder Anstrengung bleibt die Luft weg."

Schon das Reden kann f√ľr die Patienten kraftraubend sein. Zu den k√∂rperlichen Belastungen kommen die psychischen: "Wenn Sie Luftnot haben und Luft holen und keine bekommen, bedeutet das Angst und Panik", sagt Griffel.

Viele Patienten litten unter Depressionen oder Angststörungen. Auf die Situation der Betroffenen soll der Welt-COPD-Tag am 15. November aufmerksam machen.

Welche Menschen gefährdet sind, zu erkranken

"Leider ist es √ľberwiegend eine Erkrankung der Raucher", sagt Henrik Watz, Pneumologe und Wissenschaftler im Deutschen Zentrum f√ľr Lungenforschung. Zumindest in Deutschland sei der Griff zur Zigarette das gr√∂√üte Risiko daf√ľr. "Deswegen ist Pr√§vention so wichtig."

‚Ėļ Wahrscheinlich erkranke jeder dritte bis vierte Raucher daran, erl√§utert der Lungenarzt.

Auch manche Berufsgruppen wie Bergleute, die Umweltfaktoren wie Feinstaub ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Krankheitsrisiko. In anderen Regionen der Welt, gerade in Schwellenländern Asiens, gelten auch das Kochen und Heizen mit offenem Feuer als Ursache.

Was die Schmetterlingskrankheit f√ľr Hasan bedeutete

Die Erkrankung schreitet langsam und oft unbemerkt voran. "Viele Menschen leben jahrelang mit den Anzeichen einer COPD, ohne zu wissen, dass es sich um diese schwere Krankheit handelt", heißt es beim "Kompetenzzentrum Asthma und COPD" im hessischen Marburg.

‚Ėļ Die Alarmzeichen sind: Husten vor allem am fr√ľhen Morgen, ausgeworfener z√§her Schleim sowie Atemnot, die anfangs nur bei k√∂rperlicher Anstrengung auftritt.

"Ich dachte, das sei so, weil ich älter werde" - das berichteten Betroffene immer wieder, sagt Petra Knöpfle von der Kasseler Gruppe der "Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland". Die Erkrankung sei noch zu wenig bekannt.

So sehr schränkt die Krankheit den Alltag ein

Die Lungenkrankheit verändert auch das Leben von Partner und Familie: "COPD bedeutet 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche Sorgen", sagt Knöpfle, deren Mann betroffen ist. Gemeinsam hat das Paar die Selbsthilfegruppe in Kassel ins Leben gerufen. "Es ist kein normaler Alltag möglich. Sie können keine Pläne schmieden."

‚Ėļ Jederzeit k√∂nne es dem Kranken schlechter gehen, schon ein Wetterumschwung reiche aus. Bestimmte Reinigungsmittel im Haus seien ebenso tabu wie Kerzen an Weihnachten. Eben alle Stoffe und Partikel, die der Lunge noch mehr zusetzen k√∂nnen.

Die Krankheit hat auch soziale Folgen, wie Knöpfle weiter erzählt. "Es besteht die Gefahr, sich in eine Spirale der Isolation hineinzubewegen."

Aus Angst vor der Atemnot bewegten sich Betroffene immer weniger und blieben zu Hause. Zudem m√ľssten sich Patienten mitunter gegen Vorw√ľrfe von au√üen wehren: H√§ttest du mal nicht geraucht, hie√üe es dann.

‚ě® Mehr zum Thema: So viel kosten uns die Raucher

So unterschiedlich kann COPD sein

Die Medizin unterscheidet mehrere Schweregrade der COPD: beginnend mit Husten am Morgen und Atemnot nur bei starker körperlicher Anstrengung bis hin zum Auflösen der Lungenbläschen und permanenter Atemnot - dann kann auch jede Erkältung lebensgefährlich sein.

‚Ėļ Es gebe eine hohe Wahrscheinlichkeit, an der COPD oder an Begleiterkrankungen wie Lungenkrebs, Herz-Kreislauferkrankungen oder Schlaganfall zu sterben, sagt Henrik Watz. Weltweit betrachtet ist die COPD nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO die vierth√§ufigste zum Tode f√ľhrende Erkrankung.

So wird der "Raucherhusten" behandelt

Zur Therapie geh√∂rt, die Lunge nicht weiter zu belasten - also das Rauchen aufzugeben oder sich von St√§uben fernzuhalten. Medikamente sollen den Patienten wieder leichteres Luftholen erm√∂glichen. Zudem m√ľssen sie vor Infekten gesch√ľtzt werden, denn die verschlimmern die Krankheit.

Also brauchen die Betroffenen einen guten Impfstatus. Ganz besonders wichtig sei aber regelmäßige Bewegung und spezieller Lungensport, sagt Pneumologe Watz. "Das ist das A und O." Ansonsten gerieten die Patienten in eine fatale Abwärtsspirale.

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