Drei Wörter von Grünen-Politiker Habeck sagen alles über die heutigen Jamaika-Sondierungsgespräche

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Grünen-Politker Habeck sagt mit drei Wörtern alles über die heutigen Sondierungen | dpa
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  • Am Freitag ziehen die Jamaika-Parteien eine erste Zwischenbilanz der Sondierungsgesprächen
  • Ein Tweet von Grünen-Politiker Habeck zeigt, wie anstrengend dieser Tag wohl ist

Drei Wochen haben die Vertreter von Union, FDP und Grüne verhandelt, gestritten und gegeneinander gestichelt.

Am Freitag ist nun der Tag der ersten Zwischenbilanz gekommen: In großer Runde wollen die Parteien über die Ergebnisse der Sondierungsgespräche für ein mögliches Jamaika-Bündnis diskutieren.

Die Grünen hatten schon vorab vom "Sondierungs-Großkampftag" gesprochen. "Dauert vermutlich bis in die späten Abendstunden", hieß es auf dem offiziellen Account der Öko-Partei.

Ein "Großkampftag" klingt anstrengend. Das ließ auch ein kleiner Tweet von Grünen-Politiker und Unterhändler Robert Habeck anklingen: "Ich brauche Luft." Drei kleine Wörter. Damit ist eigentlich alles gesagt.

Habeck verstößt gegen seinen eigenen Vorschlag

Noch am Sonntag hatte sich Habeck im Gespräch mit der ARD beschwert, dass die Unterhändler zu oft über ihr Smartphone den Stand der Verhandlungen nach außen geben würden. Vertrauen sei da "ein seltenes Gut".

Sein Gegenvorschlag: "Wir legen alle unsere Handys draußen vor die Tür und holen die nach zwei, drei Stunden wieder."

An diesem Freitag hat Habeck aber seine eigenen Vorschlag ignoriert. Er musste sich offenbar "Luft" verschaffen.

Zuletzt war er nach den Gesprächen mit CSU-Mann Andreas Scheuer zusammengestoßen, der seine Aussagen über die Verhandlungen als "schizophren" geißelte.

Bis nächsten Donnerstag wollen die Parteien die Sondierungen abschließen und dann prüfen, ob sie in Koalitionsverhandlungen eintreten werden. Doch schon am heutigen Freitag ziehen die Verhandler eine erste Bilanz der vergangenen Woche. Zuletzt kamen die Beratungen über ein Papier mit mehr als 120 umstrittenen Punkten nur mühsam voran.

Gerade die Grünen hatten sich in den vergangenen Tagen kompromissbereit gezeigt, Grünen-Chef Cem Özdemir hatte etwa ein Enddatum des Verbrennungsmotors als Koalitionsbedingung abgeräumt.

Inhaltliche Unterschiede gibt es dennoch noch viele.

"Es wird fleißig an Papieren gearbeitet"

"Es zeichnet sich schon ab, dass es einen gemeinsamen Rahmen für das gibt, was wir vorhaben", sagte FDP-Generalsekretärin Nicola Beer am Freitag vor Journalisten als eine erste Zwischenbilanz. "Aber es gibt noch einige Meter zurückzulegen, bis wir soweit sind."

Der Politische Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, schrieb auf Twitter zuvor: "Es wird fleißig an Papieren gearbeitet. Dabei gilt: Nichts ist geeint, bevor nicht alles geeint ist."

Da kann der eine oder andere Unterhändler wohl schon mal frische Luft gebrauchen.

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(mf)

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