EU erhöht den Druck und setzt Briten Zwei-Wochen-Frist für Zugeständnisse beim Brexit

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BREXIT
David Davis, Großbritanniens Minister für den Austritt aus der Europäischen Union, sucht nach Orientierung | Eric Vidal / Reuters
Drucken
  • Die EU erhöht in den Brexit-Verhandlungen den Druck auf die britische Regierung
  • Gibt es innerhalb der nächsten zwei Wochen eine Grundsatzeinigung zu den Austrittsbedingungen?

Die EU setzt Großbritannien die Pistole auf die Brust. Brüssel stellt London eine Frist von zwei Wochen, um Zugeständnisse bei den Brexit-Verhandlungen zu machen.

Wenn es innerhalb von 14 Tagen keine Grundsatzeinigung über die Rahmenbedingungen für den Austritt gebe, werde man im Dezember nicht wie geplant mit den Gesprächen über die künftigen Beziehungen der EU zu Großbritannien beginnen können. Das machte EU-Chefunterhändler Michel Barnier am Freitag nach der sechsten Verhandlungsrunde deutlich.

Mehr zum Thema: Die Chips-Krise: Wie die britische Lebensmittelindustrie schon jetzt unter dem Brexit leidet

Offene Fragen in allen Bereichen

Verhandelt wurde in den vergangenen beiden Tagen erneut über die britischen Finanzverpflichtungen, den künftigen Status der nordirisch-irischen Grenze sowie die Frage, wie nach dem Brexit die Rechte der EU-Bürger in Großbritannien gesichert werden sollen.

Eindeutige Fortschritte in diesen Bereichen sind für die EU Voraussetzung dafür, dass über die künftigen Beziehungen der EU zu Großbritannien gesprochen wird. Damit sollte eigentlich im Dezember begonnen werden können.

Barnier machte am Freitag klar, dass es noch in allen Bereichen offene Fragen gibt. Der britische Verhandlungsführer David Davis forderte die EU erneut zu Flexibilität auf und sprach von der Notwendigkeit politischer Diskussionen.

Mehr zum Thema: Hat Russland die Brexit-Kampagne finanziert? Nun gibt es neue Vorwürfe gegen einen dubiosen Großspender

Scheidung am 31. März 2019

Wie künftig die Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien aussehen, muss eigentlich bis Ende März 2019 geklärt sein. Wenn es bis dahin keine Verständigung oder keinen Rückzug vom Brexit gibt, scheidet das Vereinigte Königreich ungeregelt aus der Europäischen Union aus - mit potenziell schwerwiegenden Folgen vor allem für die Wirtschaft.

Zu den heikelsten Fragen der Verhandlungen zählt die sogenannte Abschlussrechnung. Die EU fordert, dass London für alle als EU-Mitglied eingegangenen finanziellen Verpflichtungen aufkommt. Sie sollen sich auf einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag belaufen.

Mehr zum Thema: Großbritanniens Scheidung von der EU: Wie der Brexit Europa verändert
8 Fakten zeigen, dass Großbritannien ein Jahr nach dem Brexit am wirtschaftlichen Abgrund steht

Ein geheimes Dokument enthüllt, wie drastisch sich Großbritannien nach dem Brexit verändern soll

9 Anzeichen, dass der Brexit nicht so verlaufen wird wie geplant

Großbritannien gibt gerade alles auf, wofür das Land einmal gestanden hat

7 Momente beim Dinner von May und Juncker zeigen, warum der Brexit zum Desaster werden könnte

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg


(ll)

Korrektur anregen