Pferd trampelt auf Aktivistin: Aachener Polizei nach HuffPost-Bericht in Erklärungsnot

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Die Polizei setzte Pferde ein, eines geriet außer Kontrolle | Michael Trammer
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  • Am Sonntag ist ein Polizeipferd bei einer Demonstration bei Aachen auf den Oberkörper einer Aktivistin gestiegen
  • Die HuffPost berichtete über den Vorfall, die Polizei stritt ihn ab
  • Nun gerät die Polizei in Erklärungsnot, denn ein Video beweist den Vorfall

Die Demonstration begann friedlich, dann wurde es unschön.

Bei einer Protestaktion der Initiative Ende Gelände gegen den Kohleabbau in Deutschland ist es am Sonntag zu Ausschreitungen gekommen. Die HuffPost berichtete, dass ein Polizeipferd dabei auf eine Aktivistin eintrampelte, die im Tagebau Hambach in der Nähe von Aachen protestierte.

Die Polizei stritt den Vorfall zunächst ab, die "Aachener Zeitung" warf der HuffPost vor, "medial den Vogel abgeschossen" zu haben und Falschinformationen zu verbreiten.

Doch ein Video des Journalistenkollektivs "24mmjournalism", das auch für die HuffPost aus NRW berichtete, zeigt den erschreckenden Vorfall eindeutig.

"Die Polizei war mehr als verantwortungslos"

Nun gerät der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach in Erklärungsnot: Er hatte am Montag vor Journalisten erklärt, die Aktivistin sei von dem Pferd nicht getroffen worden und habe sich "hysterisch hinfallen lassen" und geschrien. Den HuffPost-Bericht wies er laut "Aachener Zeitung" kopfschüttelnd zurück.

"Es bestand zu diesem Zeitpunkt kein Grund, Weinspachs Darstellungen in Zweifel zu ziehen", rechtfertigt sich die Zeitung, die der HuffPost zunächst vorgeworfen hatte, Unwahrheiten zu verbreiten.

Am Mittwochabend bestätigte die Zeitung dann, die vorliegenden Bilder seien "nicht einmal im Ansatz" mit den Schilderungen des Polizeivertreters in Einklang zu bringen. Die Zeitung hat die Polizei um Akteneinsicht gebeten.

Die britische Aktivistin, die anonym bleiben möchte, macht den Polizisten derweil schwere Vorwürfe. Ein Polizist habe sie zu Boden geschubst, obwohl eindeutig zu erkennen gewesen sei, dass sich eine andere Beamtin auf einem Pferd bedrohlich näherte.

Die Darstellungen der Polizei, sie sei von selbst gefallen und habe hysterisch geschrien, bezeichnet sie als "absurd und lächerlich".

"Die Polizei war mehr als verantwortungslos, Pferde in einer solchen Situation einzusetzen, wo überhaupt niemand mit Gewalt gedroht hat", sagte sie der HuffPost. Sie sei aufgewühlt und habe Prellungen.

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(ben)

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