Historischer Wahlsieg: Transfrau schlägt selbsternannten "Chef-Homophoben" im US-Staat Virginia

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DANICA ROEM
Erste offen transsexuelle Abgeordnete in den USA Danica Roem vor ihrer Siegesrede in Virginia | The Washington Post via Getty Images
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  • Eine Transfrau wird in das Abgeordnetenhaus von Virginia gewählt
  • Sie ist die einzige offen transsexuelle Abgeordnete in den USA
  • Das Wahlergebnis gilt als starkes Zeichen gegen die Politik von Donald Trump

Danica Roem ist die erste offen transsexuelle Abgeordnete in einem US-amerikanischen Parlament überhaupt - bei mehr als 7000 Abgeordneten insgesamt.

Ihr Sieg ist ein historisches Zeichen für mehr Gleichberechtigung: Viele Gesetze in den USA verbieten die Diskriminierung von Schwulen und Lesben - nicht aber die von Transsexuellen.

Danica Roem erhielt im Wahlkampf deshalb auch prominente Unterstützung: Die wohl berühmteste Transsexuelle der USA, die Goldmedaillen-Gewinnerin Caitlyn Jenner, forderte die Wähler in Virginia per Twitter auf, für die Demokratin Roem zu stimmen.

Das Wahlergebnis ist vergleichbar mit Caitlyn Jenners Outing 2015, das zu einer großen gesellschaftlichen Debatte und einer stärkeren Akzeptanz von Transsexuellen führte.

Roems Sieg ist ein Zeichen gegen Donald Trump

LGBTI-Aktivisten hoffen, dass jetzt mehr Transsexuelle für öffentliche Ämter kandidieren - und Wähler sie anhand ihrer Verdienste beurteilen, nicht ihrer Identität.

“Für Transsexuelle jeden Alters ist Danicas Wahl nicht nur eine Schlagzeile oder ein Stück Geschichte - sie ist Hoffnung”, twitterte Sarah McBride, Sprecherin der Human Rights Campaign, die für die Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen kämpft.

Roems Sieg ist auch ein Zeichen gegen Donald Trump - denn sie besiegte einen erzkonservativen Kandidaten, der vom US-Präsidenten unterstützt wurde. Einen Mann, der Transsexuellen per Gesetz vorschreiben wollte, auf welche Toilette sie gehen sollen.

Marshall äußerte sich nur in männlicher Form über sie

Danica Roems Gegner, der 73-jährige Republikaner Robert Marshall, nennt sich selbst “chief homophobe” und saß seit 26 Jahren im Parlament.

Marshall nahm im Wahlkampf an keiner Debatte mit Roem teil und äußerte sich über sie nur in der männlichen Form. So stand auf einem Flugblatt Marshalls “Danica Roem in seinen eigenen Worten”. Roem konzentrierte sich vor allem auf Themen wie Verkehr und hatte damit Erfolg: 54 Prozent der Wähler entschieden sich am Ende für sie.

Sie widmete ihren Sieg allen, “die jemals ausgeschlossen, die jemals stigmatisiert wurden”.

Demokraten stellen jetzt die Mehrheit

2012 wurde in New Hampshire ebenfalls eine Transfrau in das Abgeordnetenhaus gewählt, die Demokratin Stacie Laughton nahm ihr Mandat jedoch nicht wahr. Althea Garrison zog 1992 ins Parlament von Massachusetts ein, wurde nach ihrem Outing jedoch nicht wiedergewählt.

In Virginia konnten insgesamt nur die Demokraten Sitze hinzugewinnen. Sie stellen jetzt die Mehrheit der Abgeordneten mit 48 Sitzen, die Republikaner kommen nur noch auf 47.

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(jg)

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