Diese Fotos zeigen, wie schön und einzigartig Frauen mit Kopftuch sind

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KOPFTUCH
Verhüllte Frauen sind sehr unterschiedllich, jede von ihnen bedeckt sich anders | Ilayda
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  • Die Darstellung von Musliminnen in den Medien ist oft einseitig
  • Mit dem Fotoprojekt "Shades of Persistence" wollen Ilayda Kaplan und Nilgün Akinci für mehr Toleranz sorgen
  • Die Fotos zeigen, wie unterschiedlich und schön Frauen mit Verschleierung sein können

Das Kopftuch. In vielen Köpfen ein Symbol für die Unterdrückung der muslimischen Frau im Islam, für unfreiwillige Entscheidungen und erst recht kein Zeichen für Feminismus.

Das ist jedenfalls das Bild, das meistens in den Medien gezeigt wird. Besonders bei Menschen, die sich sonst nicht mit dem Thema beschäftigen, entstehen so negative Vorurteile.

Um das zu ändern, haben sich die Fotografin Ilayda Kaplan und die Filmemacherin Nilgün Akinci zusammengesetzt und ein Projekt ins Leben gerufen:

"Shades of Persistence“ - eine Fotoreihe mit 14 verhüllten Frauen, die sich mit ihren Kopftüchern mutig vor die Kamera stellten. Die Portraits zeigen bewusst: Die Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie sind unterschiedlich alt, haben eine andere Hautfarbe oder einen anderen Kleidungsstil.

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Kaplan und Akinci wollten die Unterschiedlichkeit von Frauen im Kopftuch zum Ausdruck bringen. Es gibt nicht "die" verschleierte Frau. Doch etwas verbindet alle diese Frauen: Sie bezeichnen sich als Feministinnen, als Hijabi und sie stehen zu ihrer Religion.

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Bilder für mehr Toleranz gegenüber der muslimischen Community

Mit ihrem Projekt reagieren Akinci und Kaplan nicht nur auf Vorurteile, die die Nicht-Muslime gegenüber verhüllten Frauen hegen. Es soll auch die Konflikte innerhalb der einzelnen muslimischen Communities aufzeigen. Denn auch dort gibt es verschiedene Auffassungen darüber, wie eine angemessene Verhüllung aussehen soll.

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In einer Zeit, in der Rassismus alltäglich scheint, fühlt Kaplan eine Verantwortung. Sie will alles in ihrer Macht stehende tun, um Vorurteilen und Stereotypen entgegenzuwirken. Dabei trägt sie selbst kein Kopftuch.

Warum sie trotzdem das Bedürfnis verspürt, jene Stereotypen zu ändern, berichtet sie der HuffPost: "Ich bin eine Person mit - ich sage es ganz schroff - mehr gesellschaftlichen Privilegien als Frauen, die sich verhüllen. Deswegen will ich genau solchen Minderheiten eine Plattform bieten, sich zu zeigen, sich mitzuteilen."

Gerade weil sie eine Außenstehende ist, fällt ihr auf, dass es unter den Communities auch viel Ausgrenzung gibt.

"Ich selbst bin nicht Teil dieser Gemeinschaft, habe aber Freundinnen, die mir viel berichten. Da wird unter den Frauen teilweise mit dem Finger aufeinander gezeigt. Man verhülle sich falsch, man träge zu knallige Farben, und so weiter. Gerade diese Frauen müssen doch zusammenhalten."

Eleganz, Selbstbestimmung, Feminismus

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Kaplan und Akinci bringen in ihren Bildern das zum Vorschein, was viele Kopftuch-Gegner nicht erwarten würden: Dass verhüllte Frauen elegant, selbstbestimmt, feministisch und anmutig sein können - und individuell.

Was sich jedoch durch alle Portraits zieht, ist eine gewisse Bescheidenheit. Keiner der Frauen zeigt sich lasziv oder obszön. Für Kaplan und Akinci steht im Vordergrund, dass das Projekt ernst genommen wird.

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Das Kopftuch. Ein Symbol für die Unterdrückung der muslimischen Frau? Für Kaplan ein absolut unberechtigtes Vorurteil.

Jeder, der bereit ist, sich zu informieren, würde das schnell herausfinden. Diejenigen, die das nicht täten, seien getrieben von Bequemlichkeit und medialen Einflüssen. Und in vielen Fällen von Schwäche: "Es ist natürlich leichter, mit dem Strom zu schwimmen und dem Bild der Masse zuzustimmen. Aber das ist nicht gesund für unser aller Zusammenleben."

Im Koran steht: Verhülle deine Reize.

Wie Frauen das für sich deuten, läge ganz bei ihnen. Kaplan selbst kennt keine Frau mit Kopftuch in ihrem Umfeld, die sich aus Zwang verhüllen muss. Genauso wenig wie jede Einzelne auf ihren Bildern.

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