Kinder hören "Pippi Langstrumpf"-Hörspiel, dann kommt die Polizei

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PIPPI LONGSTOCKING
Kinder hören "Pippi Langstrumpf"-Hörspiel, dann kommt die Polizei | JACOB FORSELL via Getty Images
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  • In der schwedischen Stadt Borås haben sich Kindergartenkinder ein "Pippi Langstrumpf"-Hörspiel angehört
  • Ihr fröhlicher Besuch in einer örtlichen Bibliothek endete mit einem Polizeieinsatz
  • Ein Besucher in der Bibliothek bekam mit, wie in dem Hörspiel Pippis Vater als "Negerkönig" bezeichnet wird

Der Kindergartenausflug einer Gruppe Kinder in einer Bibliothek im schwedischen Borås hat ein unerwartetes Ende genommen: Plötzlich stand die Polizei vor ihnen.

Laut dem schwedischen Online-Magazin "The Local" hörten die Kinder ein "Pippi Langstrumpf"-Hörspiel an, als ein Besucher der Bücherei vorbeikam.

Dieser vernahm, wie in der Geschichte Pippis Vater als "Negerkung“, auf Deutsch "Negerkönig“, bezeichnet wurde.

Rassistische Wortwahl im Hörspiel

Von der rassistischen Wortwahl offensichtlich belästigt rief er die Polizei.

Die Leiterin des Kindergartens, Marie Gerdin, sagte dem Magazin, sie sei traurig, dass es zu diesem Zwischenfall gekommen sei. Ihr sei nicht klar gewesen, dass das Hörspiel "nicht für Kinder geeignet sei".

Mehr zum Thema: Schweden: Pippi-Langstrumpf-Gardine wegen Rassismusvorwürfen entfernt

In Zukunft würde die Kindertagesstätte mehr darauf achten, dass solche Missgeschicke nicht mehr passieren.

Keine Strafverfolgung für die Pippi-Fans

Die Polizei sah am Ende von einer Strafverfolgung ab.

Bei dem Hörspiel in der Bibliothek handelte es sich um die alte "Pippi Langstrumpf"-Version, die in den 40ern herauskam.

Schon öfter gab es Vorwürfe, diese Version enthalte rassistische Sichtweisen. Neben der Bezeichnung von Pippis Vater als "Negerkönig" wird sie selbst auch "Negerprinzessin" bezeichnet.

Ein anderes Beispiel sind Chinesen, die in dem Hörspiel angeblich mit übertrieben schlitzförmigen Augen vorkommen.

Mitarbeiter der Bibliothek äußerten sich gegenüber der Polizei, dass der Bestand der originalen Versionen als Kulturgut wichtig sei.

Doch zukünftig würden sie dafür sorgen, dass Kinder "die potentiell offensiven Passagen" nicht mehr hören.

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(ame)

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