Es gibt einen neuen abartigen Dating-Trend - und er wird viele Menschen verletzen

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Es gibt einen neuen abartigen Dating-Trend - und er wird viele Menschen verletzen. | skynesher via Getty Images
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  • Cushioning ist ein neuer Dating-Trend, der viele Menschen verletzen wird
  • Aus Unsicherheit hält man sich mehrere Dating-Partner warm, ohne es ernst zu meinen
  • Eine Psychologin meint: "Cushioning ist für Menschen, die nicht für wahre Liebe bereit sind"

Dating im Jahr 2017 ist nicht einfach: Mit Tinder, Bumble und Lovoo scheint es eine schier endlose Auswahl möglicher Partner und Partnerinnen zu geben. Und damit fällt es immer mehr Menschen schwer, sich auf einen oder eine davon einzulassen oder festzulegen.

Egal ob Dating, Sex, Beziehung oder Liebe: Aus dem Zustand des Nicht-Festlegen-Wollens etablieren sich verschiedene Verhaltensweisen, die teilweise für die Psyche des anderen sehr verletzend sein können. Bestes Beispiel ist der neue Dating-Trend Cushioning (von dem englischen Begriff cushion, zu Deutsch: Polster).

Mehrere Datingpartner als "Polster"

Das "Urban Dictionary" erklärt den Begriff so: "Es ist eine Datingtechnik, bei der man neben seinem Favoriten mehrere andere Menschen als 'Polster' datet. Andere Menschen, mit denen man sich austauscht und flirtet, um die Folgen eines möglichen Verlassenwerdens einzudämmen und dann nicht allein sein zu müssen."

Man hält sich also mehrere Datingpartner warm, während man eigentlich in jemand anderes verliebt oder sogar mit ihm oder ihr in einer Beziehung ist. Cushioning bedeutet aber nicht unbedingt Fremdgehen. Es geht eher darum, dass man mehreren Menschen gleichzeitig die Hoffnung macht, dass sich etwas Ernstes entwickeln könnte, obwohl man sie nur als Plan B oder C ansieht. Dass diese sich dann durch dieses Verhalten verletzt fühlen können, ist dabei nebensächlich.

Das amerikanische Lifestyle-Magazin "Babe" befragte junge Menschen zu dem Dating-Trend. Meist führten die, die auf diese verletzende Weise mit ihren Dating-Partnern umgehen, Unsicherheit als Grund an: "Ich hatte das Gefühl, dass ich das als Absicherung brauche", erklärte zum Beispiel eine Frau.

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Hinter Cushioning verbirgt sich Unsicherheit

Tatsächlich scheint Unsicherheit der wahre Beweggrund für Cushioning zu sein: Die Befragten suchen nach Bestätigung und haben Angst vor dem Alleinsein - oder sie befürchten, bei dem eigentlichen Wunschpartner nicht landen zu können und brauchen Ablenkung von der Furcht, abgewiesen zu werden.

Die Psychologin Jennifer Rhodes aus New York erklärt dem Magazin "Bustle": "Ehrlich gesagt macht es mich traurig, dass diese Menschen solche Probleme mit emotionaler Intimität haben. Man kann sich nicht wirklich verlieben, wenn man nicht bereit ist, verletzt zu werden. Cushioning ist für Menschen, die nicht für wahre Liebe bereit sind."

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(jds)

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