Postbotin aus NRW packt aus: Darum bekommen viele Menschen montags keine Post

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POSTBOTE BRIEFE MONTAGS
dpa
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  • In Duisburg wird montags keine Post mehr ausgeliefert
  • Die Post schiebt es auf den hohen Krankenstand
  • Doch eine Briefträgerin erzählt eine ganz andere Geschichte

Es gibt vermutlich keinen Deutschen, der nicht zumindest einmal einen Grund hatte, über die Deutsche Post zu schimpfen.

Verschollenen Briefe, lange Schlangen in den Filialen, Päckchen, die nicht zugestellt wurden, obwohl man doch daheim war: Die Liste könnte noch lang so weitergehen.

Der neueste Aufreger kommt aus Duisburg. Dort beschweren sich laut der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung” (“WAZ”) Bürger darüber, dass besonders am Montag die Post oft völlig ausbleibe.

Keine Briefe, keine Magazine, nichts komme an.

Ein neues Pilotprojekt der Post

Einige vermuten dahinter ein neues Pilotprojekt der Post, das vorsehe, die Post nur noch einmal in der Woche zu liefern. Britta Töllner, Sprecherin der Deutschen Post, hat das jedoch bereits gegenüber der “WAZ” dementiert.

Schuld für die Verspätung sei der aktuelle hohe Krankenstand und in 95 Prozent der Fälle würden die Zusendungen immer einen Tag nach Versand zugestellt.

Eine Briefträgerin, die lieber anonym bleiben möchte, um ihren Job nicht zu verlieren, stellt die Sache jedoch ganz anders da.

Überstunden, riesige Bezirke und Personalabbau

“An den Montagen muss immer ein Stammzusteller freimachen, weil es ja da angeblich so wenig Post gibt. Dafür übernimmt ein Kollege zwei Bezirke. Das ist aber nicht zu schaffen und das weiß mein Arbeitgeber auch“, sagt sie im Gespräch mit der “WAZ”.

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Immer mehr Personal werde abgebaut, wodurch der Zustellbereich der einzelnen Postboten immer größer werde.

Das hier Post liegen bleibt, kommt offenbar sehr häufig vor, denn weiter berichtet die Postbotin: “Man bespricht häufig morgens mit dem Teamleiter, welche Straße man liegen lassen kann.“

Sie selbst habe bereits über 100 Überstunden angesammelt.

Das alles sei der Post bekannt und die Kunden würden sich zurecht aufregen.

Während die Gewerkschaft verdi den Sachverhalt bestätigt, weist die Deutsche Post all die Vorwürfe zurück.

“Es kann überhaupt nicht die Rede davon sein, dass Berge von Post liegen bleiben, schon gar nicht bewusst. Ich habe mich zuletzt selbst davon überzeugen können”, sagt Töllner laut der “WAZ”.

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(ch)

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