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07/11/2017 17:34 CET | Aktualisiert 10/12/2017 13:45 CET

9 geniale Reaktionen von Muslimen auf Beleidigungen im Alltag

Alain Nogues via Getty Images
Die besten Antworten von Muslime auf Vorurteile

  • Muslime müssen sich dieser Tage viele blöde Sprüche anhören, blöde Fragen beantworten

  • Es ist die Kehrseite einer gesellschaftlich notwendigen Diskussion darüber, wie Christen und Muslime zusammenleben wollen

  • Einige Muslime haben darauf ziemlich coole Antworten gefunden

Muslim zu sein, das kann gerade keinen Spaß machen. Neben ein bisschen sachlicher Auseinandersetzung gibt's vor allem Vorurteile und Gepöbel. Im Netz, auf der Straße, überall.

Wie schön, dass sich viele Muslime ihren Humor bewahrt haben. Eine kleine Sammlung der lustigen, sarkastischsten, besten oder anrührendesten Antworten von Muslimen auf die täglichen Zumutungen:

1. Bad Hair Day

Klar, mit einem Kopftuch lässt sich ein Bad-Hair-Day schon mal eher rumbringen als ohne. Aber eine Dauerlösung ist das nicht.

Der US-Biologiestudentin Heraa Hasmi wurde das Gefrotzel jedenfalls zu blöd. Als eine junge Frau twitterte: "Kopftuchträgerinnen haben es gut, sie müssen sich nicht Haare waschen", schrieb sie:

"Menschen haben es so gut, sie müssen nicht duschen, seit sie Kleidung tragen."

2. Sorry, keine Zeit für Dschihad

Kurz nach Weihnachten 2015 soll der Chef der IS-Terrormiliz Abu Bakr al-Baghdadi alle Muslime dazu aufgerufen haben, sich dem Kampf anzuschließen. Der Autor und Menschenrechtsaktivist Iyad El-Baghdadi – er schreibt vorsichtshalber in seinem Twitter-Profil, dass er also nicht der Baghadadi sei – hat die Info verbreitet. Seine Follower wussten die offenbar ironisch gemeinte Vorlage zu schätzen.

Und antworteten, warum sie, leider, leider, auf keinen Fall kämpfen könnten: "Ich muss meinen Goldfisch noch zum Tierarzt bringen."

3. Danke, Mr. Trump

Am 13. Oktober twitterte US-Präsident Donald Trump einen Auszug aus einer Rede. "In Amerika beten wir nicht die Regierung an, sondern Gott." Es sollte ein Anbiederungsversuch an konservative Christen sein, vor denen er sprach. Er mag diesen Satz sehr, denn im Sommer hatte er ihn schon einmal unters ergeben lauschende Volk gebracht. Denn die mag er, ganz im Gegensatz zu Muslimen.

Und da hatte sich Hend Amry, einen bekannte muslimische Bloggerin, vernehmen lassen: "Can I get an Allahu Akbar".

Heißt so viel wie: Danke, Mr. Trump. Sie haben soeben gesagt, dass wir unseren Gott, Allah, anbeten dürfen.

Der Tweet hat inzwischen mehr als 102.000 Likes und wurde 38.000 Mal geteilt.

4. Die arme, unterdrückte Muslima

Muslimische Frauen sind brav, folgsam und räumen den ganzen Tag Männern und der Kinderschar hinterher. Soweit das Klischee.

Als eine Twitter-Nutzerin fragte, vor was denn die Follower am meisten Angst in der Ehe hätten, schrieb die Kopftuch tragende Gül trocken: "Müde nach Hause zu kommen und zu sehen, dass mein Mann das Abendessen noch nicht gekocht hat."

5. Homosexuell? Na klar!

Homosexualität ist im Islam eine schwere Sünde. In vielen Ländern wie Pakistan werden Homosexuelle brutal verfolgt.

Aznahn Munas ist laut Medienberichten selbst Muslim, stammt aus Pakistan und hat in Australien eine Firma mitgegründet, die Tücher für Frauen verkauft: Halstücher, Kopftücher.

Seit ein paar Tagen hat die Firma ein neues Produkt im Angebot. Es ist nur gerade ausverkauft, weil die Nachfrage so groß ist: ein Kopftuch in Regenbogenfarben. Den Farben der Homosexuellen.

6. Der falsche Yoga-Guru

Hamzah ist Muslim aus Texas. Und wenn Muslime beten, knien sie mal hin, mal beugen sie den Oberkörper. Auf Twitter schrieb Hamzah, wohin das führte:

"Ich war in der Turnhalle und betete im Yoga-Raum. Drei Frauen folgten meinen Bewegungen. So habe ich versehentlich eine Yoga-Klasse geleitet."

7. Message an den IS

Nach jedem Terroranschlag fordert jemand, Muslime müssten mehr gegen den Terror tun. Eine Forderung, über die man sicher diskutieren muss.

Nur sind viele Muslime genervt - denn so einfach ist die ganze Sache eben auch nicht.

"Lass mich schnell mal eben dem IS 'ne Whatsapp schicken und den Typen sagen, sie sollen mal chillen."

8. Christen ohne Fehl und Tadel

Der bekannte US-Anwalt und Aktivist Qasim Rashid war sauer. "Ein Rassist hat mir geschrieben, der Islam sei gewalttätig und höhnte, ich solle ihm eine christliche Version des IS zeigen."

Die Antwort Rashids:

"400 Jahre transatlantischer Sklavenhandel, im Zuge dessen 20 Millionen afrikanische 'Heiden' verkrüppelt, ermordet, verschleppt und versklavt wurden, um sie auf den Weg Christi zu bringen.

Der Völkermord an den amerikanischen Ureinwohnern im Namen Christi.

Der Genozid an den australischen Ureinwohnern, bei dem 90 Prozent von ihnen in weniger als einem Jahrhundert umgebracht wurden, wiederum von christlichen Europäern."

Und das ist erst der Anfang der Aufzählung.

9. Es ist allein deine Sache, mein Kind

Die 17-jährige Lamyaa aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania veröffentlichte im Frühjahr 2017 eine Konversation mit ihrem Vater in Saudi-Arabien.

Sie fragt ihn, ganz vorsichtig, was er davon halte, dass sie vielleicht ihr Kopftuch ablegen wolle. Der britischen BBC sagte sie, sie hatte das nicht wirklich vorgehabt, aber sie habe ihn testen wollen.

Die Antwort, die Lamyaa auf Twitter postete, war eindeutig:

"Mein Schatz, das ist nicht meine Entscheidung. Kein Mann hat das Recht, so eine Entscheidung zu treffen. Wenn du das tun möchtest, dann tu es. Ich bin für dich da, egal wie du dich entscheidest."

2017-09-04-1504512891-8209760-CopyofHuffPost.png Young Urban Muslims - das Sprachrohr für alle jungen Muslime, die keine Lust haben, dass immer nur über sie geredet wird.

(tb)

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