Knapp zwei Drittel der Deutschen rechnen mit einem Erfolg der Jamaika-Gespräche

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Eine große Mehrheit der Deutschen geht von einer zukünftigen Jamaika-Regierung aus | dpa
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  • Fast zwei Drittel der Bevölkerung rechnen laut einer Forsa-Umfrage mit einem Gelingen der Jamaika-Verhandlungen
  • Nur die Anhänger einer Partei gehen von einem Scheitern der Gespräche aus
  • Bei einer Neuwahl würden sich die Wähler ähnlich entscheiden wie bei der Bundestagswahl

64 Prozent der Bundesbürger rechnen damit, dass die Jamaika-Gespräche erfolgreich sein werden. Lediglich unter den Anhängern der AfD ist eine Mehrheit von 49 Prozent der Auffassung, die Jamaika-Verhandlungen seien zum Scheitern verurteilt. Das ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL.

Die Zuversicht der Wähler in eine mögliche Jamaika-Koalition ist immer noch groß. "Der Anteil der Bürger, die mit einer Jamaika-Koalition rechnen, ist Anfang November im Vergleich zu Mitte Oktober um acht Prozentpunkte zurückgegangen", entgegnet jedoch Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL, wie der Nachrichtensender n-tv berichtet.

Das liege daran, dass es bei den Gesprächen in Berlin bislang nur mühsame Fortschritte gab. Anhänger der CSU seien spürbar skeptischer als die Anhänger der CDU, FDP und Grünen.

"Dennoch setzt nach wie vor eine deutliche Mehrheit auf das Jamaika-Bündnis, weil das allein – nach der Regierungs-Verweigerung der SPD – dem Wählerwillen entspricht", sagte Güllner.

Großes Interesse an den Sondierungen

Laut n-tv haben in der aktuellen Forsa-Umfrage 50 Prozent der Bevölkerung ein großes Interesse an den Sondierungsgesprächen zwischen Union, FDP und Grünen.

Dabei gebe es keine nennenswerten Differenzen zwischen den Partei-Anhängern. Nur die Nichtwähler seien nicht wirklich interessiert: 24 Prozent von ihnen hielten die Koalitionsgespräche für wichtig.

Keine Unterschiede zwischen Umfrage und Wahlergebnis

Bei einem Scheitern der Koalitionsverhandlungen ständen voraussichtlich Neuwahlen an, die SPD will auch dann keine Koalition mit der Union eingehen. Zum aktuellen Zeitpunkt würden Neuwahlen wenig an der Zusammensetzung des Bundestags ändern.

Lediglich die Grünen, die der Umfrage nach auf 10 Prozent kommen, würden mehr als einen Prozentpunkt hinzugewinnen.

"Die Wahlberechtigten sehen keinen Grund, ihre Entscheidung neu zu überdenken"

Güllner sagte dazu gegenüber n-tv: "Eine Wahlentscheidung ist deshalb nicht einfach, weil ja kaum jemand – auch nicht die meisten Mitglieder einer Partei – hundertprozentig mit allen Vorstellungen einer Partei übereinstimmt. Bei der Stimmabgabe aber muss man sich für eine Partei entscheiden – also eine 'Hundertprozent-Entscheidung' treffen.”

Nachdem die Wahlberechtigten ihre Entscheidung im September gefällt hätten, sähen sie keinen Grund, ihre Entscheidung neu zu überdenken - zumal sich das Erscheinungsbild der einzelnen Parteien seit dem 24. September nicht geändert habe.

“Käme es deshalb heute zu Neuwahlen des Bundestags, würde sich das Ergebnis nur in Nuancen vom Wahlergebnis im September unterscheiden."

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Mit Material der dpa.

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