Weltklimakonferenz in Bonn: Warum Fidschi jedoch bei der COP 23 den Vorsitz hat

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BONN
Salaheddine Mezouar eröffnet die COP23 UN Climate Change Conference 2017 | Wolfgang Rattay / Reuters
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  • Den Vorsitz der UN-Klimakonferenz hat 2017 Fidschi - eine Premiere
  • Verhandelt wird jedoch in der deutschen Stadt Bonn
  • Das hat organisatorische Gründe

Die Weltklimakonferenz hat am Montag begonnen. Und zwar in Bonn. Deutschland hat jedoch nicht den Vorsitz, sondern Fidschi.

Das ist eine Premiere. Denn erstmals leitet einer der kleinen Inselstaaten aus dem Südpazifik die UN-Klimakonferenz. Damit rückt eine Staatengruppe noch stärker als sonst in den Mittelpunkt, in der vielen Inseln der Untergang oder die Überschwemmung von Küstenregionen droht.

Bonn ist Plan B - nicht nur für Fidschi

Trotzdem findet die am Montag beginnende Klimakonferenz auf der anderen Seite des Erdballs statt, in Bonn. Für die 400 Delegierten einer Vorkonferenz im Oktober ließen sich in der Fidschi-Stadt Nadi noch genügend Hotelzimmer finden. Für die über 23.000 Teilnehmer, die nun erwartet werden, reicht es aber nicht.

Wichtigster Grund ist aber, dass am Rhein das UN-Klimasekretariat seinen Sitz hat. Nach dessen Satzung findet der Gipfel in Bonn statt, wenn sich in der Weltregion, die eigentlich an der Reihe wäre (dieses Mal: UN-Region Asien), kein Gastgeber bereiterklärt.

China und Japan zum Beispiel sagten ab. So kommt es nun, dass Fidschi den Vorsitz führt und Deutschland eine Art Co-Gastgeber ist.

Was ihr zu Fidschi wissen müsst

Fidschi, das sind mehr als 300 Inseln, um die eine Million Einwohner, wo nach zwei Militärputschen ein bulliger Ex-General namens Frank Bainimarama mit harter Hand regiert. Weltweit ist das Land aber eher als Urlaubsparadies bekannt: Vergangenes Jahr kamen fast 800.000 Besucher, so viele wie noch nie.

Wie viele Staaten der Region leidet Fidschi unter dem Klimawandel mehr als andere auf der Welt. Vielerorts an der Küste sind die Böden völlig versalzen. Mindestens 42 Dörfer, so die Regierung, müssen ins Landesinnere umgesiedelt werden.

2016 nahm der gewaltige Zyklon "Winston" 44 Menschen das Leben. Aber wenigstens gibt es auf Fidschi Berge. Auf anderen Pazifikinseln wie Kiribati, das kaum aus dem Wasser ragt, sind die Sorgen noch größer.

Doch Fidschi hat sich in der Region zu einer Art Wortführer beim Klimaschutz entwickelt. Es war das erste Land, das das Klimaabkommen von Paris unterzeichnete.

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