Treffen mit russischer Anwältin: Trumps Sohn soll dem Kreml Aufhebung von Sanktionen versprochen haben

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DONALD TRUMP JR
Russische Anwältin: Trumps Sohn Donald Jr. hat versprochen, Sanktion gegen Russland aufzuheben | Mike Segar / Reuters
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  • Donald Trumps ältester Sohn soll einer russischen Anwältin eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland in Aussicht gestellt haben
  • Das behauptete die Anwältin in einem Interview in Moskau

Es könnte ein Paukenschlag sein. Im Fall der Verstrickung des Wahlkampfteams von US-Präsident Donald Trump mit dem Kreml hat die russische Anwältin Natalia Veselnitskaya brisante Informationen veröffentlicht.

So soll Donald Jr. ihr versprochen haben, ein 2012 von der Obama-Regierung eingeführtes Gesetz zurückzunehmen, das russischen Staatsbeamten Sanktionen auferlegt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf ein Interview der Anwältin in Moskau.

"Falls wir an die Macht kommen..."

Das Versprechen soll Trump Jr. bei einem viel zitierten Treffen am 9. Juni 2016 in New York geäußert haben. Ebenfalls anwesend: Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der damalige Kampagnen-Manager Paul Manafort. Letzterer hatte sich Ende Oktober nach monatelangen Ermittlungen gegen ihn dem FBI gestellt. Manafort wird unter anderem Verschwörung gegen die USA vorgeworfen.

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Nach eigener Aussage reiste Veselnitskaya unter anderem mit dem Ziel nach New York, sich für das Ende der amerikanischen Sanktionen gegen Russland einzusetzen. Darum ging es auch beim Treffen im Trump Tower am 9. Juni. "Falls wir an die Macht kommen, werden wir uns anschauen, was wir diesbezüglich unternehmen können", soll Trump Jr. der Anwältin geantwortet haben.

Veselnitskaya ging nach eigener Aussage allerdings nicht im offiziellen Auftrag der russischen Regierung in die Gespräche.

Treffen war Zeitverschwendung

Im Gegenzug wollte der Präsidentensohn Unterlagen, die belegen, dass Hillary Clintons Wahlkampagne veruntreute Gelder bezogen hat. Geldgeber der Demokraten sollen bei den Steuern getrickst haben und diese Gelder an Hillary Clinton gespendet haben. Eine Information, die der britische Publizist Rob Goldstone Trump Jr. zuvor in einer E-Mail übermittelt hatte – im Namen Veselnitskayas.

Mit diesen konnte die Anwältin aber nicht dienen. Trump Jr. bezeichnete das Treffen darum im Nachhinein als Zeitverschwendung.

Veselnitskaya sicherte zu, die brisanten Informationen über das Gespräch auch unter Eid an den US-Sonderermittler Robert Mueller weiterzugeben, wenn es verlangt werde. Damit würde der Druck auf Donald Trump massiv wachsen – eine illegitime Absprache mit der russischen Regierung im Wahlkampf wäre wohl nur noch schwer mehr von der Hand zu weisen.

Trump wird vorgeworfen, Wahlkampfhilfe aus Russland erhalten zu haben. Fraglich ist, ob dahinter eine direkte Absprache mit dem Kreml steckt.

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