Trump über Nordkorea: "Die Ära der strategischen Geduld ist zu Ende"

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Trump über Nordkorea: "Die Ära der strategischen Geduld ist zu Ende" | Jonathan Ernst / Reuters
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  • Nordkorea war das dominierende Thema beim Treffen von Donald Trump und Japans Premierminister Shinzo Abe
  • Trump sagte: "Die Ära der strategischen Geduld" sei zu Ende

Donald Trump hat seine Position bezüglich Nordkorea bekräftigt. Die Ära strategischer Geduld sei vorbei, sagte der US-Präsident.

"Wenn die Leute sagen, meine Rhetorik sei zu stark, sollten wir uns ansehen, wohin wir mit schwacher Rhetorik in den vergangenen 25 Jahren gekommen sind", sagte Trump am Montag in Tokio bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Japans Premier Shinzo Abe.

Maximaler Druck auf Pjöngjang

Der japanische Regierungschef beteuerte ebenfalls, dass Japan und die USA im Konflikt um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm den Druck auf Pjöngjang erhöhen wollten. Dies sei nicht die Zeit für Dialog mit Nordkorea.

"Dialog um des Dialoges willen mache keinen Sinn", sagte Abe. "Wir wollen durch alle möglichen Mittel den Druck auf Nordkorea bis zum Maximalen erhöhen."

Konkret kündigte Abe an, die Sanktionen auszuweiten: Die Vermögenswerte von 35 nordkoreanischen Gruppierungen und Einzelpersonen sollen eingefroren werden. Mit dieser Strategie wollen die Verbündeten den andauernden Nukleartests des nordkoreanischen Regimes Einhalt gebieten.

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Trump verteidigt Rückzug aus Handelsabkommen TPP

Trump verteidigte in Japan auch den Rückzug der USA aus dem transpazifischen Handelsabkommen TPP. Bei einem Treffen mit Geschäftsleuten sagte Trump am Montagmorgen (Ortszeit) in Tokio: "Wir werden mehr Handel haben als im Rahmen von TPP, und die Situation wird viel weniger komplex sein." TPP sei nicht die richtige Idee gewesen.

TPP sollte rund um den Pazifik die größte Freihandelszone der Welt schaffen. Der Vertrag war im Februar 2016 unterzeichnet worden, aber noch nicht in Kraft getreten. Die elf Handelspartner repräsentieren 800 Millionen Menschen und 40 Prozent der Weltwirtschaft. Sie wollen nach dem Rückzug der USA großenteils ohne Amerika weiter vorangehen.

"Der Handel mit Japan ist nicht frei und er ist nicht gegenseitig, aber er wird es bald sein", sagte Trump. Er habe keinen Zweifel, dass dies fair geschehen werde. Es werde eine Zeit dauern, aber dann werde es Handelsdeals und "Handelskonzepte" geben.

Entsprechende Gespräche mit Japan dauerten schon sehr lange. Das finanzielle Ergebnis werde besser für beide Länder sein. In den vergangenen Jahrzehnten habe Japan in Handelsfragen mit den USA immer gewonnen, sagte Trump.

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(ll)

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