"Kostet das etwas?" Paradise Papers decken auf, wie dreist Apple bei den Steuern trickst

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Apple-CEO Tim Cook: Nicht nur in Sachen Technik ist sein Unternehmen kreativ | Robert Galbraith / Reuters
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  • Die Paradise Papers zeigen einen weiteren Steuertrick von US-Megakonzern Apple
  • So waren ab 2015 zwei Apple-Sitze auf der Insel Jersey registriert
  • Dort liegt der Steuersatz für Unternehmen bei null Prozent
Die Paradise Papers zeigen Apples neuen Steuertrick. Der US-Konzern wollte sich im Frühjahr 2014 zusichern lassen, auf der Steueroase Jersey keinerlei Steuern zahlen zu müssen.

"Ist es möglich, eine offizielle Bestätigung der Steuerbefreiung zu bekommen, und kostet das etwas?", ließ Apple über eine amerikanische Anwaltskanzlei bei dem Offshore-Dienstleister Appleby nachfragen, bevor Tochterfirmen Geschäftssitze auf die Insel verlagerten.

Irland-Gesellschaften von Apple nutzten eine Lücke im irischen Steuerrecht. Diese ermöglichte es ihnen, in keinem Land der Welt Steuern zahlen zu müssen. Die Lücke wurde 2015 auf internationalen Druck hin geschlossen.

Danach führte Appleby laut den Dokumenten zwei irische Apple-Firmen mit Geschäftssitz auf der Ärmelkanal-Insel Jersey, zeigen die Paradise Papers, die der "Süddeutschen Zeitung" zugespielt wurden. Auf Jersey liegt der Steuersatz für Unternehmen bei null Prozent. Auf diese Weise drückte der Konzern seine Steuerquote bei Gewinnen außerhalb der USA weiter auf nur drei bis sieben Prozent.

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Apple betonte, sich an alle Gesetze zu halten. "Wir sind der größte Steuerzahler der Welt", sagte ein Sprecher.

Auch Nike arbeitet mit Offshore-Firmen

Auch der Sportartikelkonzern Nike nutzt ein Steuerschlupfloch. Der Sportartikelhersteller gründete zuerst zahlreiche Offshore-Firmen auf den Bermudas, um dort die Lizenzrechte der Firma zu halten - etwa für das Firmenlogo, den weltberühmten "Swoosh".

An diese Briefkastenfirmen mussten Nike-Niederlassungen Hunderte Millionen Euro bezahlen, um die Markenrechte nutzen zu dürfen.

Durch die hohen Lizenzzahlungen wurden die weltweiten Gewinne drastisch gedrückt und damit die Steuerlast. Nike verlagerte laut den Paradise Papers 2014 diese Praxis in die europäische Steueroase Niederlande - und drückte seine globale Steuerrate damit von 35 Prozent um das Jahr 2002 auf nur mehr rund 13 Prozent. So konnte Nike in Steueroasen Gewinne in Höhe von mehr als zwölf Milliarden Dollar anhäufen, die kaum besteuert wurden.

Auch mehrere Deutsche tauchen in den Dokumenten auf. Darunter Altkanzler Gerhard Schröder und Glücksspiel-Unternehmer Paul Gauselmann.

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