Medienbericht: Martin Schulz rechnet in Reformpapier mit SPD-Wahlkampf ab

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • Martin Schulz will den SPD-Mitgliedern mehr Mitsprache bei Personalfragen einräumen
  • In einem Reformpapier rechnet er auch mit dem eigenen Wahlkampf ab

"Jünger und weiblicher" sollte die SPD nach dem Debakel bei der Bundestagswahl werden. Zu sehen ist davon allerdings bisher wenig. Parteichef Martin Schulz drängt nun laut einem Medienbericht auf eine umfassende Reform der SPD.

Die Mitglieder sollen künftig in Personalfragen - auch auf Bundesebene - stärker mitbestimmen können. Das stehe in einem entsprechenden Leitantrag für den Bundesparteitag im Dezember, berichtet der "Spiegel".

Ziel sei es, spätestens 2019 über den SPD-Vorsitz per Urwahl abstimmen zu lassen, zitiert das Nachrichtenmagazin Parteikreise. Bislang ist eine Urwahl nur für die Frage der Kanzlerkandidatur vorgesehen.

"Der Kanzlerkandidat und die SPD haben die Wahl verloren"

In dem Papier gehe Schulz auch überraschend hart mit dem SPD-Wahlkampf ins Gericht. "Nicht die Medien, nicht die Demoskopen und auch nicht die politischen Gegner sind schuld an unserer Wahlniederlage", zitiert der "Spiegel" daraus.

"Der Kanzlerkandidat und die gesamte SPD haben diese Wahl verloren." Vielen Wählern sei nicht klar gewesen, wofür die SPD stehe.

Zudem habe es an einer klaren Botschaft an die Wähler gefehlt. Viele Wähler hätten den Eindruck gehabt, "die SPD treibe jeden Tag eine 'neue Sau durch das Dorf', schreibe Schulz in dem Reformpapier.

"Eine verständliche Erzählung, wo wir mit dem Land hinwollen, fehlt - und damit eine wesentliche Voraussetzung für echte Zukunftskompetenz", zitiert der "Spiegel" weiter.

Ruf nach Erneuerung

Schulz' Papier sei weder "revolutionär", noch biete es ein "fertiges Konzept für den Wiederaufbau der SPD", kommentiert das Nachrichtenmagazin. Allerdings enthalte das Dokumente viele Anhaltspunkte, wie es für die Sozialdemokraten weitergehen könnte.

Zuletzt hatte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz sich mit einem Papier in die Debatte um die Erneuerung der SPD eingemischt. Er forderte eine "schonungslose Betrachtung der Lage".

Mehr zum Thema: SPD am Scheideweg - Erneuern oder erodieren

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Korrektur anregen