Ihr dachtet, die heutige Jugendsprache sei schlimm? Dann schaut euch mal die der 70er Jahre an

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  • Die ältere Generation schüttelt bei den meisten Jugendwörtern nur ahnungslos und abgeneigt den Kopf
  • Doch viele vergessen: Auch früher gab es schon einen Jugendslang
  • Welche Begriffe damals zur Jugendsprache gehörten, seht ihr oben im Video

Fermentieren, unfly oder tinderjährig – so unterhält sich die Jugend von heute.

All diese Wörter sind Teil der Wahl des Jugendwortes 2017 des Langenscheidt-Verlags. Noch bis zum 15. November läuft das Voting, zur Auswahl stehen 30 Begriffe.

Die ältere Generation kann bei den meisten davon wohl nur ahnungslos und abgeneigt den Kopf schütteln.

Doch was viele vergessen: Schon früher gab es einen Jugendslang. Und einiges davon hat sich auch im heutigen Sprachgebrauch etabliert.

So gab es zum Beispiel immer wieder unterschiedliche Begriffe für Frauen. Sie wurden zwischen 1900 und 1980 despektierlich oft als “Schnalle”, “Mieze” oder “Puppe” bezeichnet. Der Mann dagegen wurde, auch wenig respektvoll, oft “Armleuchter”, “Macker” oder “Dusel” genannt.

Wollte man jemanden umwerben, ging man "backfischen"

Wer heute als dumm bezeichnet wird, war 1950 “geistig unter den Teppich gerutscht” oder hatte 1980 “einen Sprung in der Schüssel”.

Auch die Begriffe für "Tanzen" erlebten einen Wandel: Während Jugendliche heute auf einer Party abdancen, war man 1950 auf einem Jubeltrubel hotten und 1980 auf einer "Sause zappeln" oder "moven".

Wollte man dort jemanden umwerben, ging man vor 1900 “backfischen” und in den 90ern auf “Hasenjagd”. Hatte man dabei Erfolg, war das “knorke” (1930), “dufte” (1960) oder auch “galaktisch” (1980).

Am 17. November stimmt eine Jury über das Jugendwort 2017 ab

Der beliebteste Begriff unter Jugendlichen im vergangenen Jahr war "fly sein". Das bedeutet so viel wie "jemand oder etwas geht besonders ab".

Im letzten Jahrhundert wären Synonyme dazu wohl “oberdufte”, “famos” oder “rattenscharf” gewesen. Die Top 10 des Online-Votings für das diesjährige Jugendwort wird am 17. November einer Jury vorgelegt.

Ein Mix aus Youtubern, Sprachwissenschaftlern, Journalisten, Studenten und Schülern stimmt dann über das Jugendwort 2017 ab.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

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(nsc)

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