Grünen-Politiker Habeck fordert Handy-Verbot bei Jamaika-Sondierungen

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Grünen-Politiker Habeck hat eine simple Idee, um ein Scheitern der Jamaika-Gespräche zu verhindern | Bloomberg via Getty Images
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  • Grünen-Politiker Habeck fordert von den Jamaika-Sondierern eine bedachtere Kommunikation nach außen
  • Man solle die Handys während der Gespräche wegsperren, fordert er

Bei Sondierungsgesprächen geht es eigentlich ums Antasten, ums Kennenlernen, Vertrauen aufbauen. Die Jamaika-Sondierungen erscheinen dagegen bisweilen wie ein offener Schlagabtausch.

Auch Grünen-Politiker Robert Habeck ist genervt davon, wie wenig konstruktiv einige Politiker der verhandelnden Parteien die Gespräche angehen. Im Gespräch mit dem ARD forderte Habeck deshalb, Handys bei den Verhandlungen in Zukunft vor der Tür zu lassen.

"Man hat teilweise eins zu eins online lesen können, wie man gerade redet", sagte Habeck in der Sendung "Bericht aus Berlin" am Sonntagabend. Vertrauen sei da "ein seltenes Gut". Sein Vorschlag: "Wir legen alle unsere Handys draußen vor die Tür und holen die nach zwei, drei Stunden wieder."

Auch im "Handelsblatt" appellierte Habeck an die Sondierer, sich mit öffentlichen Aussagen über ein mögliches Scheitern der Gespräche zurückzuhalten. "Wir sollten uns nun darauf konzentrieren, gemeinsame Ergebnisse zu erzielen und das Neuwahl-Gerede endlich einstellen“, sagte der Kieler Umweltminister.

"80 zu 20 Chance, dass es klappt"

Dennoch glaubt Habeck, dass Jamaika letztendlich zustandekommt. "Vernunftbegabte Menschen müssen versuchen, es hinzukriegen", sagte der Grünen-Politiker – und bezifferte die Chance einer Koalition auf 80 Prozent.

Auch in in der Union wächst die Sorge, dass die Verhandlungen platzen könnten. Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte davor, immer wieder eine vorgezogene Neuwahl für den Fall des Scheiterns ins Spiel zu bringen. Auch die CDU müsse ein Jamaika-Bündnis nicht um jeden Preis eingehen, sagte die Kanzlerin am Montag nach Angaben von Teilnehmern in einer Sitzung des CDU-Vorstands in Berlin.

Nach einer am Montag veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag der Mediengruppe RTL würde sich das Ergebnis bei einer Neuwahl kaum vom Resultat der Bundestagswahl vom 24. September unterscheiden.

Mit Material der dpa.

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(ll)

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