Wieso die Chefin des Bayerischen Hofs für Michael Jackson zum Schwert griff

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Innegrit Volkhardt mit Heiner Lauterbach

"Es heißt ja, Bundestrainer oder Bundeskanzler sei der härteste Job der Republik", schreibt Hajo Schumacher im Grußwort zu "Der Tag der Entscheidung" (Matthaes Verlag): "Falsch. Hotelier ist härter. Denn er oder sie muss die beiden anderen beherbergen, bei Laune halten und womöglich in einem nächtlichen Therapiegespräch wieder aufbauen." Rolf Westermann hat in dem Buch die Menschen porträtiert, die hinter den großen Traditionshäusern oder Hotspots stecken. Eine davon ist Innegrit Volkhardt, die mit 27 Jahren den Bayerischen Hof in München übernahm, nachdem ihr Vater, Falk Volkhardt, einen Schlaganfall erlitten hatte.

Das 5-Sterne-Haus ist bei der Prominenz weltweit beliebt. Charlie Chaplin, Sigmund Freud, Alfred Hitchcock, Grace Kelly, Bob Dylan, die Beatles, der Dalai Lama, Pele und Messi sind nur einige der vielen Stars, die im Bayerischen Hof schon zu Gast waren. Monatelang wohnte auch Michael Jackson dort, zu Volkhardts Aufgaben gehörte es, heißt es in Westermanns Buch, "dem Superstar mit einem Schwert den Weg aus dem Hotel durch kreischende Fans zu bahnen, als dieser einmal überraschend spazieren gehen wollte und nicht genügend Sicherheitskräfte zur Verfügung standen".

"Der Tag der Entscheidung" von Rolf Westermann finden Sie hier

Geisterbild mit Nicholas Cage

Es gibt allerdings nicht viele Bilder von Innegrit Volkhardt mit berühmten Gästen. "Ich finde nichts peinlicher, als Fotos vom Händeschütteln mit einem Star", erklärt sie in "Der Tag der Entscheidung". Mit einigen wenigen Größen habe sie sich dennoch ablichten lassen. Dazu gehörten Jack Nicholson und Muhammad Ali. Ausgerechnet bei ihrem Lieblingsstar Nicholas Cage habe jedoch die Technik versagt. Als ein Mitarbeiter die beiden zusammen aufnehmen sollte, entstand nur ein verhuschtes Geisterbild.

"Wen ich bewundere", sagt Innegrit Volkhardt zudem in dem Buch, "ist Frau Dr. Merkel. Sie ist bescheiden, freundlich und geht auf den anderen ein. Das Gleiche gilt für Herrn Steinmeier. Ich freue mich, sie zu Gast zu haben." Auch für den früheren Nato-Generalsekretär Javier Solana empfinde sie Hochachtung und für den Dalai Lama. "Ich bin Beobachter und schaue, wie er mit den Menschen umgeht. Er hat so viel Güte, gibt jedem mit gleicher Hingebung die Hand."

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