Medienbericht: Trump kritisiert vor Asien-Reise Japans Umgang mit Nordkorea

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DONALD TRUMP
Medienbericht: Trump kritisiert vor Asien-Reise den Umgang Japans mit Nordkorea | Toru Hanai / Reuters
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  • US-Präsident Trump hat laut einem japanischen Medienbericht sein Unverständnis darüber geäußert, dass Japan nordkoreanische Raketen nicht abgefangen hat
  • Dabei ist ein Abfangversuch äußerst riskant
  • Trump will sich bei seiner Asienreise außerdem mit dem russischen Präsidenten Putin treffen

US-Präsident Donald Trump ist zu Beginn seiner fast zweiwöchigen Asienreise in Japan eingetroffen. Einige hundert amerikanische und japanische Soldaten bereiteten ihm am Sonntagvormittag (Ortszeit) auf dem US-Militärstützpunkt Yokota einen begeisterten Empfang.

"Japan ist ein geschätzter Partner und wichtiger Alliierter, und wir danken ihnen für ihre Freundschaft", sagte Trump.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Kyodo soll er jedoch im Vorfeld Unverständnis für Tokios Reaktion auf zwei kürzliche Raketentests durch Nordkorea geäußert haben. Er könne nicht verstehen, warum ein Land von Samurai-Kriegern die Raketen nicht abschoss, soll Trump gesagt haben.

Dabei wäre sowohl ein erfolgreicher als auch ein gescheiterter Abschuss äußerst gefährlich.

"Japan will der Eskalation wohl aus dem Weg gehen"

Der Abfang einer Rakete - gerade einer Interkontinentalrakete - gilt als große Herausforderung. Die USA testeten im Mai 2017 ihr Raketenabwehrsystem "Ground-based Midcourse Defense" (GMD) - mit einer Erfolgsquote von 53 Prozent, wie das Pentagon mitteilte.

Das japanische Verteidigungsministerium habe sich nach der Berechnung der Flugroute der nordkoreanischen Raketen dazu entschlossen, keinen Abgangversuch zu starten, berichtet die japanische Tageszeitung "Japan Times". Ein Fehlversuch würde Japan blamieren und Nordkorea womöglich zu weiteren Test ermuntern, so die Überlegung.

Ein erfolgreicher Abschuss könnte außerdem die Situation eskalieren lassen. "Einen Abschuss hätte Nordkorea umgehend als Provokation und Anlass für zeitnahe weitere Raketentests gesehen, dieser Eskalation wollte Japan wohl aus dem Weg gehen", zitierte der "Spiegel" einen ranghohen Bundeswehroffizier nach einem kürzlichen Raketentest der Nordkoreaner.

Trump will sich mit Putin treffen

Der gefährliche Konflikt um das Atomwaffenprogramm in Nordkorea wird eines der zentralen Themen der zweiwöchigen Asien-Reise von Trump sein. Darüber wird er am Montag auch mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Tokio sprechen.

Seine erste Asienreise wird Trump von Japan aus weiter nach Seoul führen, nach China, Vietnam und auf die Philippinen. Trump erwartet während seiner Reise auch ein Treffen mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin.

"Ich denke, es wird erwartet, dass wir uns mit Putin treffen", sagte Trump am Sonntag auf der Reise nach Tokio an Bord der Air Force One mitreisenden Reportern. "Wir wollen, dass Putin mit Nordkorea hilft, und wir werden eine Reihe verschiedener Anführer treffen", sagte Trump. Die beiden Präsidenten haben sich zuletzt am Rande des G20-Gipfels in Hamburg getroffen.

Ein Treffen Trumps mit Putin am Rande eines Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in Da Nang in Vietnam war von russischer Seite bereits ins Spiel gebracht, vom Weißen Haus aber bislang nicht bestätigt worden.

Trump selbst hatte vor der Reise dem Sender Fox News gesagt: "Das ist eine sehr wichtige Reise. Wir können uns mit Putin treffen." Eine endgültige Bestätigung eines Treffens steht gleichwohl noch aus.

Mit Material der dpa.

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(jg)

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