Einer Britin droht in Ägypten die Todesstrafe - weil sie Schmerztabletten im Koffer hatte

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Einer Britin droht in Ägypten die Todesstrafe - weil sie Schmerztabletten im Koffer hatte. (Symbolbild) | iStock
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  • Eine Britin ist nach Ägypten gereist, um ihren Mann zu besuchen
  • Gegen seine Rückenprobleme hatte sie eine größere Menge Schmerztabletten im Gepäck
  • Nun drohen ihr 25 Jahre Haft oder sogar die Todesstrafe

Es klingt eigentlich zu ungeheuerlich, um wahr zu sein. Eine Britin ist in Ägypten im Gefängnis gelandet und könnte bis zu 25 Jahre Haft oder sogar die Todesstrafe bekommen - weil sie Schmerztabletten mit ins Land gebracht hat.

Laura Plummer reiste am 9. Oktober nach Ägypten, um ihren Mann Omar zu besuchen. Dieser leidet nach einem Unfall seit Jahren an Rückenschmerzen, deshalb hatte die Britin Schmerzmittel für ihn im Gepäck.

Wie der britische "Guardian" berichtet, hatte Plummer 29 Packungen (290 Stück) Tramadol-Tabletten und etwas Naproxen im Koffer. Die Tabletten sind zwar in Großbritannien verschreibungspflichtig, die 33-jährige hatte allerdings keine Bedenken, die Medikamente mit nach Ägypten zu nehmen.

Tramadol-Tabletten sind in Ägypten Herion-Ersatz

Das böse Erwachen kam am Flughafen in Ägypten: Da Tramadol dort als Heroinersatz dient, sind die Tabletten streng verboten.

Laut dem "Guardian" wurde Plummer stundenlang am Flughafen festgehalten. Anschließend habe sie ein 38-seitiges arabisches Dokument bekommen. Einen Dolmetscher bekam sie dem Bericht zufolge nicht gestellt.

Sie habe vermutet, dass es sich dabei um ihre Freilassungspapiere handelte. Doch stattdessen wurde sie in ein Gefängnis gebracht, wo sie sich seitdem eine 25 Quadratmeter große Zelle mit 25 weiteren Frauen teilt. Nun drohen ihr laut der Zeitung 25 Jahre Haft oder sogar die Todesstrafe.

Bereits 11.000 Euro Anwaltskosten

Ihr Vater hat bereits umgerechnet mehr als 11.000 Euro in Anwaltskosten investiert, das Auswärtige Amt unterstützt die Familie ebenfalls.

Ihre Mutter sorgt sich vor allem um Plummers Gesundheit: Ihr würden die Haare ausfallen, und sie sei nicht wiederzuerkennen, sagte sie dem "Guardian". Sie habe Angst, dass sie den Stress nicht bewältigen könne und die ägyptische Regierung ein Exempel an ihr statuieren wolle. Plummers nächster Gerichtstermin ist für kommenden Donnerstag angesetzt.

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(lk)

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