Medienbericht: Trumps Handelsminister Ross in Geschäfte mit Vertrauten Wladimir Putins verwickelt

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WILBUR ROSS
Medienbericht: Trumps Handelsminister Ross in Geschäfte mit Vertrauten Wladimir Putins verwickelt | Kevin Lamarque / Reuters
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  • Die Russland-Affäre von Donald Trump ist um ein brisantes Kapitel reicher
  • Wie eine Recherche der "Süddeutschen Zeitung" offenlegt, profitiert Trumps Handelsminister Wilbur Ross von Geschäften in Russland
  • Nicht nur sollen dabei Vertraute von Kreml-Chef Putin im Spiel sein - Ross hat die Geschäfte bei Überprüfungen durch die US-Parlamente verschwiegen

Wilbur Ross ist mehrfacher Milliardär - und er ist der Handelsminister von US-Präsident Donald Trump. Schon bei seiner Ernennung gab es deshalb in den USA viel Kritik: Ross wurde nachgesagt, seine Geschäftsinteressen könnten im Konflikt mit der Ausübung seines Amts stehen.

Jetzt wird klar: Diese Kritik war mehr als berechtigt. Denn laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung", die dem Netzwerk investigativer Journalisten (ICIJ) angehört, ist Ross in Geschäfte mit Vertrauten des russischen Präsidenten Wladimir Putins verwickelt.

Ross soll laut der "SZ" über ein Netz von Briefkastenfirmen von Gasdeals mit der russischen Rederei Navigator profitieren. Diese macht ihr Geld vor allem durch Geschäfte mit dem Energiekonzern Sibur - einer Firma, die in der Hand von Vertrauten Wladimir Putins ist.

Verbindungen zu Putins Schwiegersohn

Nicht nur wurde der russische Konzern Sibur von den USA mit Sanktionen belegt, die Firma ist auch in Händen des Oligarchen Leonid Michelson, des Putin-Freundes Gennadij Timtschenko und des Ehemannes von Putins jüngster Tochter, Kirill Schamalow.

Laut der "Süddeutschen Zeitung" und ihren Medienpartnern vom Netzwerk investigativer Journalisten geht es um mehrere Millionen Euro, die Ross über seine Briefkastenfirmen auf den Kaimaninseln in die Deals zwischen der Reederei Navigator und dem Energiekonzern Sibur investiert hat.

Seit 2014 hat Navigator laut der "SZ" mit Sibur Geschäfte im Wert von mehr als 68 Millionen US-Dollar gemacht - Geschäfte, von denen Investor Ross direkt profitiert habe.

Mehr zum Thema: Trump und die Mafia: Wie schmutziges Geld aus Russland den Erfolg des heutigen US-Präsidenten ermöglichte

Wilbur Ross Rolle in Trumps Russland-Affäre

Die neuen Enthüllungen um Wilbur Ross sind aus drei Gründen besonders brisant.

Ross ist Handelsminister. Als solcher liegt die Aufsicht über die Wirtschaftsbeziehungen der USA in seinem Aufgabenbereich. Ross' private Geschäfte mit russischen Firmen sind da ein klarer Interessenskonflikt.

Ross soll für seinen Chef Donald Trump dessen isolationistische Wirtschaftspolitik umsetzen. Das ausgerechnet er als Handelsminister Deals mit ausländischen Firmen tätigt, hat in dieser Hinsicht eine katastrophale Außenwirkung.

Die dramatischsten Auswirkungen jedoch dürften die Enthüllungen um Ross auf die Russland-Affäre des US-Präsidenten haben. Ross hat nicht nur Geschäfte mit Russland und Vertrauten Putins gemacht - er hat diese laut der "Süddeutschen Zeitung" auch noch bei seiner Überprüfung durch den US-Senat verschwiegen.

Zwar bestreite Ross der Zeitung zufolge, dass seine Geldanlagen Einfluss auf seine Amtsführung hätten. Doch der demokratische US-Senator Richard Blumenthal sagte der "SZ", er würde eine Untersuchung in dem Fall verlangen. Ross habe den Senat und das amerikanische Volk getäuscht.

Richard W. Painter, ehemals führender Ethikanwalt des Ex-Präsidenten George W. Bush, sagte der "New York Times", Ross' Geschäfte seien zwar nicht illegal. "Doch abseits der juristischen Fragen, wäre ich doch sehr besorgt, wenn ein Mitglied der US-Regierung Geld durch Geschäfte mit den Russen macht", sagte Painter.

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(amr)

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