"Dann gehen wir in die Opposition": Lindner verschärft vor der nächsten Sondierungsrunde den Ton

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CHRISTIAN LINDNER
"Dann gehen wir in die Opposition": Lindner verschärft Ton vor Sondierungsgesprächen wieder | Axel Schmidt / Reuters
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  • FDP-Chef Lindner hat in einem Interview betont, die Interessen seiner Partei bei den Jamaika-Gesprächen durchsetzen zu wollen
  • Wenn das nicht möglich sei, werde die FDP in die Opposition gehen

FDP-Chef Christian Lindner schlägt im Poker um eine Jamaika-Koalition nun wieder harte Töne an. Seine Partei habe "keine Angst vor Neuwahlen", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Sonntag. Er glaube auch nicht, dass dann vor allem die AfD profitiere.

Die Punkte der FDP müssten sich spürbar in einem Koalitionsprogramm wiederfinden. "Wenn das nicht möglich ist, gehen wir in die Opposition. Dafür nehme ich jeden Shitstorm in Kauf."

Lindner hatte während der ersten zwei Sondierungswochen für ein schwarz-gelb-grünes Bündnis bereits in mehreren Interviews sowohl die Grünen als auch die CDU attackiert. Auch sein Vize Wolfgang Kubicki hatte betont: "Die FDP hat keine Angst vor Neuwahlen."

In der Zwischenbilanz der Unterhändler hatte sich Lindner dann am Freitag eher zurückgehalten und von der Notwendigkeit gesprochen, Brücken zu bauen. Kubicki mahnte danach die Kompromissbereitschaft aller Seiten an und warnte vor einer Neuwahl. Nun setzt Lindner wieder andere Akzente.

Mehr zum Thema: Reporter fragt FDP-Vize Kubicki nach Merkel - seine Antwort offenbart einen überraschenden Grund für das Jamaika-Chaos

Mehrheit der Deutschen will Kohleausstieg

Die FDP hatte sich mit den Grünen unter anderem in der Klimapolitik heftig gestritten. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt erinnerte in der "Bild am Sonntag" an die am Montag in Bonn beginnende Weltklimakonferenz und sagte: "Ausgerechnet jetzt blockieren Union und FDP. Gelingt es uns, den Knoten zu durchschlagen, gewinnt nicht nur das Weltklima. Ich bin zuversichtlich, dass so auch die Sondierungen besser vorankommen."

Wenig freuen dürfte die Freien Demokraten eine Emnid-Umfrage für die Zeitung, nach der 59 Prozent der Deutschen dafür sind, dass die nächste Bundesregierung den Kohleausstieg beschließt. 69 Prozent der 504 Befragten wollen demnach Umwelt- und Klimaschutz im Zweifel Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen geben - im Gegensatz zur FDP.

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(lk)

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