Wie eine Stadt es geschafft hat, innerhalb kurzer Zeit die Zahl der Vergewaltigungen zu halbieren

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  • Die Sexismus-Debatte beschäftigt Menschen auf der ganzen Welt
  • Ein Positivbeispiel, wie sich sexuelle Gewalt reduzieren lässt, kommt aus Afrika
  • Mehr dazu erfahrt ihr auch im Video oben

Was als Hollywood-Skandal um den Produzenten Harvey Weinstein begann, ist zu einer globalen Schockwelle geworden, die ein riesiges Ausmaß an Belästigung, Frauenfeindlichkeit und Gewalt offenbart.

Dabei zeigt sich: Das Thema betrifft Frauen auf der ganzen Welt. Ein sehr erfolgreicher Ansatz, gegen das Problem vorzugehen, kommt interessanterweise aus einem Land, in dem man ihn zunächst nicht vermuten würde: aus Kenia.

In der Hauptstadt Nairobi erlebt jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben sexuelle Gewalt. Allerdings sind die Vergewaltigungszahlen in den vergangenen Jahren beeindruckend stark gesunken.

Erfolgreiche Kampagne in Schulen

Einer der Hauptgründe: Schon kleinen Jungen wird dort in der Schule beigebracht, dass sie respektvoll mit dem anderen Geschlecht umgehen müssen - und Mädchen lernen, wie sie stark und selbstsicher auftreten können. Gestartet hat die Kampagne die Organisation “No Means No Worldwide”. Sie arbeitet mit lokalen Initiativen in Kenia und Malawi zusammen.

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Mädchen wird dabei in einem sechswöchigen Programm Durchsetzungsvermögen beigebracht. Sie bekommen unter anderem ein Selbstverteidigungstraining. Jungs werden vor allem in Fragen der Geschlechtergleichheit geschult.

Die Vergewaltigungszahlen sind um ganze 50 Prozent zurĂĽckgegangen

Die Folge: Seit 2010, als das Programm startete, sind die Vergewaltigungszahlen in einigen Teilen von Nairobi um ganze 50 Prozent zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Stanford University. Und das in gerade mal drei Jahren. Die Studie kam nämlich bereits 2013 raus.

"Zum ersten Mal wurde bewiesen, dass man Vergewaltigungen mit einer einfachen, kostengĂĽnstigen Intervention vorbeugen kann", sagte Jake Sinclair, ein Verfasser der Studie, der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Autoren berechneten, dass das Programm fĂĽr jede verhinderte Vergewaltigung umgerechnet gerade einmal 1,50 Euro gekostet hat.

Selbstredend können solche Kampagnen an Schulen nicht alle Fälle sexueller Gewalt verhindern. Doch das Beispiel Nairobi zeigt, dass sie zumindest ein Anfang sind.

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(lk)

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