Geheime Studie: Bundeswehr-Experten halten Untergang der EU für möglich

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Geheime Studie: Bundeswehr-Experten halten Untergang der EU für möglich | Alexander Koerner via Getty Images
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  • Bundeswehr-Fachleute halten ein Ende der EU schon in 20 Jahren für plausibel
  • Einem Medienbericht nach enthält eine geheime Studie des Militärs mehrere Besorgnis erregende Szenarien

Experten der Bundeswehr halten es für möglich, dass es den Westen, wie wir ihn heute kennen, schon in etwa 20 Jahren nicht mehr geben wird. Dass soll aus dem Geheimpapier mit dem Titel "Strategische Vorausschau 2040" hervorgehen, aus dem das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zitiert.

Das Papier soll gut 100 Seiten umfassen und von Ende Februar stammen. Darin würden sechs Szenarien durchgespielt, wie es weitergehen könnte mit Deutschland und der EU.

Eines davon zeichnet ein Besorgnis erregendes Bild:
Die internationale Ordnung erodiere nach Jahrzehnten der Instabilität.
Die Wertesysteme weltweit drifteten auseinander.
Die Globalisierung schreite nicht voran.
Die EU sei geschrumpft und wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig.

Mehr Extremismus, schärferer Ost-West-Konflikt?

Andere Szenarien gehen dem Bericht nach davon aus, dass sich der Ost-West-Konflikt oder der Extremismus verschärfen.

Welche Variante die Wissenschaftler des Bundeswehrplanungsamtes für die wahrscheinlichste halten, ist laut "Spiegel" nicht vermerkt.

Weniger oder mehr EU?

Wohin sich die EU wirklich entwickelt, vermögen auch Experten nicht zu sagen. Brexit, Flüchtlings- und Finanzkrise veranlassen Fachleute seit Jahren zu eindringlichen Warnungen.

So analysierten Experten der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) im vergangenen Jahr, ein Ende des EU-Binnenmarkts sei zwar kurzfristig kein großes Drama – aber mittel- und langfristig werde die EU massive wirtschaftliche Probleme bekommen.

Auf der anderen Seite gibt es Stimmen, die die Zukunft Deutschlands klar in der EU sehen. So sagte der CDU-Politiker Wolfgang Schäuble im Sommer, er erwarte, dass die Bundeswehr mittelfristig in einer gemeinsamen EU-Armee aufgehen werde.

Am Freitag wurde bekannt, dass potenziellen Jamaika-Koalitionäre bereit sind, mehr Geld für die Bundeswehr auszugeben. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer (CDU), sagte nach einem Treffen mit Vertretern von CSU, FDP und Grünen, die Soldaten müssten bestmöglich ausgebildet und ausgestattet werden. Er verwies auf die gestiegene internationale Verantwortung Deutschlands.

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(lk)

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