Forscher haben Thüringer zur Demokratie befragt - diese Zahlen sollten alle kennen

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AFD THRINGEN
Studienleiter Heinrich Best von der Universität Jena | dpa
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  • Die Thüringer sind laut einer Studie so zufrieden mit der Demokratie wie seit 2000 nicht mehr
  • Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Jena, die nun vorgestellt wurde
  • Besonders zwei Zahlen stechen dabei heraus

Seit 17 Jahren befragen Forscher die Menschen in Thüringen nach ihrem Demokratieverständnis. Doch ein solches Ergebnis wie in ihrer diesjährigen Studie hatten sie nicht erwartet.

"Unerwartet und völlig anders als in der öffentlichen Debatte wahrgenommen gibt es einen markanten Anstieg in der Zufriedenheit mit der Demokratie", sagte Heinrich Best von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, als er den "Thüringen Monitor" in Erfurt am Mittwoch in einer Pressekonferenz vorstellte.

86 Prozent der Thüringer halten die Demokratie für die beste aller Staatsformen

Best leitet die Studie, die im Jahr 2000 zum ersten Mal erhoben wurde. Das Ergebnis in diesem Jahr: Noch nie waren die Thüringer zufriedener mit der Demokratie.

86 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, die Demokratie sei die beste aller Staatsideen

65 Prozent der Thüringer sind außerdem zufrieden damit, wie Demokratie in Deutschland funktioniert. Ein Anstieg von 25 Prozent gegenüber 2016.

Studienleiter Best führte den Anstieg vor allem auf eine Reihe politischer Entscheidungen zurück - allen voran auf die verschärfte Flüchtlingspolitik der Bundesregierung, die die Befragten offenbar als eine Reaktion auf ihre Forderungen sehen.

"Blick in die Schreckenskammer der politischen Kultur Thüringens"

Als Beleg führt der Forscher an, dass die Demokratiezufriedenheit vor allem unter Menschen mit "asylkritischen" Positionen doppelt so stark angestiegen sei wie in der restlichen Bevölkerung.

Gleichzeitig drücke die Umfrage auch viel Widersprüchlichkeit, Ambivalenzen und gemischte Gefühle aus, sagte Best.

So sind 69 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Anliegen der Menschen in der deutschen Demokratie nicht wirksam vertreten werden.

"Das ist ein Blick in die Schreckenskammer der politischen Kultur Thüringens", sagte Best.

Außerdem gaben 63 Prozent der Befragten an, Deutschland brauche "eine starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert".

Solche Einstellungen seien ein Hinweis darauf, dass Menschen unter Demokratie etwas unterschiedliches verstehen können.

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(ll)

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