"Das ist doch Bullshit!": Ein Gründerpaar bringt Frank Thelen bei "Die Höhle der Löwen" in Rage

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NOMOPHOBIE
"Das ist doch Bullshit!": Ein Gründerpaar bringt Frank Thelen bei "Die Höhle der Löwen" in Rage | Screenshot Vox
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  • Kuriose Ideen sind bei "Die Höhle der Löwen" häufig sehr beliebt
  • In der letzten Folge sorgte vor allem eine Latzhose aus Gummi für Aufsehen
  • Doch ein Start-Up-Auftritt brachte Investor Frank Thelen auf die Palme

Ausraster, abgehobene Gourmets und die Geburt einer Schwesternschaft: Die jüngste Folge der Gründer-Sendung “Die Höhle der Löwen” hatte alles, was gute Unterhaltung ausmacht.

Etwa den 79-jährigen Walter Fried und seinen Sohn. Die wollen den Markt aus den Angeln heben. Ihre Verkaufsidee: Eine Applikation, die das Ein- und Aushängen von Türen erleichtern soll. Auf Twitter stellten Zuschauer die Notwendigkeit des Produkts in Frage. “Wir würden viel öfter Türen aushängen wenn wir so ein Teil hätten, ich sag’s ja nur”, schrieb ein User.

Ein anderer Nutzer vermutete, dass es sich dabei um einen neuen Achtsamkeitstrend handeln könnte: “Fried Elements werden die neuen Fidget Spinner”.

Investor Ralf Dümmel zeigte sich dagegen von der Idee überzeugt. "Ich würde das gerne mit ihnen machen“, bekundete er und kaufte für 100.000 Euro schließlich 25,1 Prozent des Unternehmens.

Im Wein liegt Unternehmergeist

Für frischen Wind sorgte der Auftritt der Jungunternehmer Fin und Malte. Carsten Maschmeyer sah Potenzial in ihrem “Foodguide” in App-Form – quasi einer Art “Tinder” für Gourmets.

450.000 Euro gegen 31,6 Prozent Firmenanteile bot der Investor den Mittzwanzigern dafür an. Doch darüber wollten Fin und Malte erstmal nachdenken und zogen sich mit zwei Gläsern Rotwein (die sie als Requisite selbst mitgebracht hatten) hinter die Kulissen zur Beratung zurück. Während sie sprachen stießen sie mehrfach miteinander an.

Die Juroren zeigten sich perplex über die Dreistigkeit der heutigen Jugend. "Das hatten wir ja auch noch nie, dass die ein Gläschen Wein trinken, bevor die zurückkommen“, staunte Judith Williams.

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Der Beginn einer wunderbaren Schwesternschaft

Auch Angelika Hansen legte einen denkwürdigen Auftritt hin. Das quirlige Nordlicht erschien in knallpinker Latzhose – einer Rubberbüx, wie sie ihr Produkt nennt. Auf die Idee gebracht hat sie ihr Sohn Robert, ein leidenschaftlicher Festivalgänger.

Die Gummi besetzte Latzhose soll dafür sorgen, dass Robert und all seine Gleichgesinnten künftig nicht mehr völlig verdreckt und durchnässt vom Festival zurückkommen.

Einen großen Verkaufserfolg konnte Angelika bisher nicht aufweisen, lediglich 35 Hosen hat sie in den vergangenen sechs Monaten verkauft. Mit ihrer charismatischen Art und ihrem dynamischen Auftreten – um die Bewegungsfreiheit der Hose zu demonstrieren stapfte sie energisch auf der Bühne hin und her – konnte die Gründerfrau dennoch punkten.

Besonders interessiert zeigten sich Dagmar Wöhrl und Judith Williams, die sogleich in eins der rockigen Teile schlüpften.

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Thelen scheint's zu gefallen, Quelle: Screenshot Vox

Als der “Fischkopp” dann noch von ihrem ersten Verkaufsevent erzählte, zu dem sie selbst einen LKW voller Latzhosen fuhr, verschlug es den beiden die Sprache. “Moment mal, Sie haben selbst einen Sieben-Tonner gefahren?” hakte Judith Williams nach. Die Gründerin antwortet schlicht: “Ja, ich hab noch einen alten Führerschein.”

Wer so viel Hemdsärmeligkeit beweist, bekommt natürlich ein Angebot, wenn auch ein ziemlich ausbeuterisches: 20.000 Euro Kapital gegen 51 Prozent Firmenanteile boten die Investorinnen. Angelika willigte ein, eine Schwesternschaft war geboren. “Wir müssen ne ganze Firma für die Frau aufbauen, die steht für Women Empowerment”, schwärmte Judith Williams.

Pro verkaufte Hose soll außerdem ein gewisser Betrag an eine wohltätige Organisation gehen, die sich für Frauenrechte einsetzt.

”Das ist Bullshit!”

Sener Abanozoglu und Nejmettin Cinar dagegen sind weit davon entfernt Germany’s next Top-Gründer zu werden. Ihr Heilmittel gegen “Nomophobie” - das sei, so erklärten die Geschäftspartner, die Angst davor sein Handy nicht benutzen zu können - löste wenig Begeisterung bei den Löwen aus.

Eine Millionen Euro Startkapital im Austausch gegen 10% Firmenanteil wollten die beiden für ihre geistreiche Idee: “Flux Port” sei eine Ladestation, die sich im Tisch integrieren lässt und das Handy somit kabellos lädt.

Das Problem: Mit iPhones ist die Technologie nicht kompatibel. Investor Frank Thelen konnte nur mit dem Kopf schütteln. “Ich find das ne Frechheit”, so Thelen. Außerdem zweifelte der IT-Experte an der Unternehmensbewertung von 9 Millionen Euro. “Ganz ehrlich, das ist Bullshit!”, platzte es aus ihm heraus. Die Einschätzung beruhe hauptsächlich auf Wunschdenken.

Auch die anderen Investoren schlugen nicht zu. "Flux Port“ blieb ohne Deal. Die Gründer zeigten sich trotzdem zuversichtlich. "Ich freu mich, dass die Löwen irgendwann an einem Fluxport sitzen werden und sich das angucken und sagen: 'Wow, die Jungs hab ich schon mal gesehen irgendwo’”, resümierten sie.

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(jg)

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