Klimawandel: UN warnt vor Verfehlen der Ziele des Pariser Abkommens - und einer weltweiten Katastrophe

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Klimawandel: UN warnt vor Verfehlen der Ziele des Pariser Abkommens - und einer weltweiten Katastrophe | David Mercado / Reuters
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  • Der Klimawandel bleibt eine der größten Bedrohungen der Menschheit
  • Nun warnt die UN: Die Klimaziele des Pariser Abkommens könnten nach derzeitigem Stand verfehlt werden
  • Das hätte katastrophale Auswirkungen auf dem gesamten Globus

Die Ziele des Klimaabkommens von Paris werden bei Weitem nicht erreicht, wenn alle Länder so weitermachen wie bisher. Selbst bei Einhaltung aller bisher von den Ländern vorgelegten Klimaschutzzusagen wird sich die Erdtemperatur laut UN-Umweltprogramm (Unep) um mindestens drei Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung erhöhen.

Dieses mahnende Zwischenzeugnis, den sogenannten 8. Emissions Gap Report, stellte das Umweltprogramm am Dienstag in Genf vor. In Paris hatten die Staaten vereinbart, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, auf jeden Fall aber auf deutlich unter 2 Grad.

"Es besteht dringend Bedarf, die kurzfristigen Maßnahmen zu beschleunigen und die langfristigen Ziele ehrgeiziger zu gestalten", heißt es im Unep-Report. Ansonsten drohe eine Klimakatastrophe globalen Ausmaßes.

Schmelzen der Eiskappen, Anstieg der Meeresspiegel, mehr Wetterextreme

Das Ziel von höchstens zwei Grad durchschnittlicher Erwärmung gilt als äußerste Grenze, um katastrophale Klimafolgen abzuwenden. Nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) ist es bereits jetzt 1,2 Grad wärmer.

Viele Wissenschaftler warnen schon bei plus 1,5 Grad bis Ende des Jahrhunderts vor für die Menschheit kaum tragbaren Folgen: Schmelzen der Eiskappen, Anstieg der Meeresspiegel, mehr Wetterextreme. Deshalb hatte sich die Weltgemeinschaft im Abkommen von Paris 2015 geeinigt, die Erderwärmung möglichst schon bei 1,5 Grad zu stoppen - das ist 0,3 Grad höher als derzeit.

"Die alarmierende Zahl und Intensität der extremen Wetterlagen 2017, etwa die Hurrikans, Dürren und Überschwemmungen, machen es noch dringender, baldigst zu handeln", heißt es in dem Bericht. 2016 war das heißeste Jahr mindestens seit Beginn der Messungen 1880 und sogar das dritte Jahr in Folge, das den Rekord gebrochen hat.

Ausstieg aus der Kohle ein Muss, um das Klima zu retten

Die gesamten Treibhausgasemissionen - neben Kohlendioxid (CO2) auch Methan und Distickstoffoxid - gingen laut Unep 2016 leicht zurück. Sie entsprachen der Klimawirkung von 52,7 Gigatonnen (Gt) CO2. Im Jahr zuvor waren es noch 51,9 Gt CO2-Äquivalent. Eine Gigatonne entspricht etwa den Emissionen in der Europäischen Union durch den Verkehr, einschließlich Flugzeugen, in einem Jahr.

Der weltweite CO2-Ausstoß von nun 35,8 Gt sei in den vergangenen drei Jahren relativ stabil geblieben. Ein Teil der Stabilisierung komme durch den Ausbau der erneuerbaren Energien vor allem in China und Indien. Ein Grund zum Feiern sei dies aber nicht: Wenn weiter Kohlekraftwerke gebaut würden, könne der Ausstoß schnell wieder nach oben gehen.

"80 bis 90 Prozent der weltweiten Kohlereserven müssen im Boden bleiben, wenn die Klimaziele erreicht werden sollen", so der Bericht. Würden alle 6683 Kohlekraftwerke der Welt bis ans Ende ihrer geplanten Betriebszeit laufen, ergebe sich in der gesamten Zeit allein dadurch ein CO2-Ausstoß von geschätzt insgesamt 190 Gt CO2. Zähle man noch die in Bau befindlichen und die geplanten Kraftwerke hinzu seien es insgesamt allein durch Kohlenutzung 340 Gt.

Wenn das 1,5 Grad-Ziel erreicht werden soll, dürften im Jahr 2030 höchstens noch rund 37 Gigatonnen CO2-Äquivalent ausgestoßen werden. Bei Fortführung der heutigen Pläne dürfte der tatsächliche Ausstoß im Jahr 2030 aber 16 bis 19 Gigatonnen höher sein, berechneten die Klimaexperten.

Ausstieg aus der Kohle ein Muss, um das Klima zu retten

Auch die Wetterorganisation (WMO) schlägt Alarm. Generalsekretär Petteri Taalas sagte am Montag: "Ohne rapide Einschnitte bei CO2- und anderen Treibhausgasemissionen steuern wir bis Ende des Jahrhunderts auf gefährliche Temperaturanstiege zu, die deutlich über den Zielen des Weltklimaabkommens von Paris liegen. Künftige Generationen erben einen deutlich unwirtlicheren Planeten."

Wenn der CO2-Gehalt weiter rapide steige, können das beispiellose Klimaveränderungen auslösen, mit "schweren ökologischen und wirtschaftlichen Störungen", warnt die WMO.

Der weltweite Ausstoß von CO2 ist zwar in den vergangenen drei Jahren praktisch auf gleichem Niveau geblieben. Aber die Konzentration in der Atmosphäre wächst auch bei einem gleichbleibend hohen Ausstoß. Vom ausgestoßenen CO2 wird derzeit etwa ein Viertel von Ozeanen aufgenommen, die dabei saurer werden. Ein weiteres Viertel speichert die Biosphäre, zum Beispiel Bäume und Böden. Der Rest gelangt in die Atmosphäre.

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