AfD-Fraktionschefin Weidel: "Wir wollen 2021 in die Regierung"

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  • AfD-Frak­ti­ons­che­fin Alice Wei­del strebt ab 2021 Re­gie­rungs­be­tei­li­gung ihrer Par­tei an
  • Dabei könnte die Partei nicht weiter davon entfernt sein
  • Was sie Frauke Petry zu sagen hat, seht ihr oben im Video

Es klingt nach "Wünsch dir was", was die AfD-Fraktionschefin Alice Weidel in einem Interview mit der "Bild am Sonntag" fordert.

Darin spricht sie über die Zukunft der Partei.

"Mit­tel­fris­tig ist es das Ziel der Partei, zu ge­stal­ten, und dafür wol­len wir in die Re­gie­rung. Ab 2021 wol­len wir so weit sein", sagte sie der Zeitung.

Möglicherweise hat sich Weidel von der rechtspopulistischen FPÖ in Österreich inspirieren lassen, die nun Koalitionsverhandlungen der konservativen ÖVP führt.

AfD ist weit von einer Regierungsbeteiligung entfernt

Dabei könnte die AfD nicht weiter von einer Regierungsbeteiligung entfernt sein als derzeit.

Erstens, weil keine Partei mit den Rechtspopulisten koalieren möchte. Es ist auch nicht abzusehen, dass sich das in den kommenden vier Jahren ändern sollte.

Zweitens, weil die AfD weit von der Stärke der Schwesterpartei in Österreich entfernt ist, die dort doppelt so stark ist und damit den Konservativen keine andere Wahl lässt, als sich auf sie einzulassen.

AfD ist bei diesem Thema heillos zerstritten

Und drittens, weil die AfD bei diesem Thema heillos zerstritten ist.

Soll die Partei in der Fundamentalopposition bleiben - oder sich fit machen für mögliche Koalitionen? Seit Monaten wird dieser Richtungsstreit erbittert geführt.

Auch die ausgeschiedene AfD-Chefin Petry strebte eine Regierungsbeteiligung der AfD an, scheiterte aber mit einem entsprechenden Antrag auf dem Parteitag in Köln. Diese Niederlage war der Anfang vom Ende ihrer Karriere in der Partei.

Petry scheiterte daran

Der rechte Flügel um die AfD-Landeschefs Björn Höcke und André Poggenburg sehen die Partei hingegen in der Fundamentalopposition. Sie lehnen jede Koalitionsvereinbarungen ab.

Will Weidel die AfD tatsächlich fit für mögliche Koalitionsgespräche machen, muss ihr gelingen, woran Petry scheiterte.

Um das zu er­rei­chen, solle die Frak­ti­on im Bun­des­tag "ein For­mel-1-Wa­gen wer­den, mit dem wir jedes Ren­nen gegen die an­de­ren be­ste­hen kön­nen", sagte Wei­del.

2017-09-07-1504786616-8796518-CopyofHuffPost4.pngInside AfD - Die Community für Kritiker der Rechtspopulisten

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