Russland-Affäre: Sonderermittler Mueller zieht die Schlinge zu - das Trump-Lager reagiert nervös

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  • Die Untersuchung mutmaßlicher Absprachen von Trumps Wahlkampf-Team und Russland steht offenbar kurz vor einem Durchbruch
  • Trumps Lager reagierte nervös - und forderte die Absetzung von Sonderermittler Mueller

Donald Trump kann die Russland-Affäre nicht abschütteln. Die Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller hat laut eines Berichts des Senders CNN vom Freitagabend zu ersten Anklagen geführt, schon am Montag könnten erste Personen festgenommen werden.

Der US-Präsident reagierte wie gewohnt: Er ignorierte die Nachricht über die Russland-Ermittlungen weitestgehend - und wütete stattdessen auf Twitter gegen Demokraten und Erzfeindin Hillary Clinton.

Liberale US-Medien werteten die Twitter-Tirade als Ablenkungsmanöver.

Trump wütet gegen "Hexenjagd"

Wieder sprach Trump von einer "fürchterlichen Hexenjagd", der er ausgesetzt sei. Eine "Zusammenarbeit" zwischen seinem Wahlkampf-Team und Russland dementierte er.

"Da ist soviel Schuld bei den Demokraten/Clinton, und jetzt kommen die Fakten raus. TUT ETWAS", twitterte Trump. Was getan werden sollte, ließ der Präsident offen.

Mit diesem Tweet bezog sich Trump offenbar auf einen Bericht der "Washington Post" vom Dienstag. Demnach soll das Democratic National Committee, die nationale Organisation der Demokratischen Partei, Recherchen finanziert haben, die zu dem umstrittenen Steele-Dossier führten.

Das ominöse Steele-Dossier

Benannt ist das 35-seitige Geheimpapier nach seinem Verfasser, dem ehemaligen britischen Geheimagenten Christopher Steele. Es enthält Informationen über Trumps angebliche Beziehungen nach Moskau und St. Petersburg - und einige brisante Details über russische Prostituierte.

Die Konservativen in den USA griffen den Bericht der “Washington Post” schnell auf, um Muellers Untersuchung zu diskreditieren. Das Dossier ist laut mehreren Berichten Teil der Untersuchung des Sonderermittlers.

Allerdings ist das ominöse Papier, dessen brisanteste Inhalte nicht verifiziert sind, nur ein kleiner Teil der Ermittlung von Mueller - und die Untersucht macht offenbar große Fortschritte.

Einiges deutet darauf hin, dass sich eine genehmigte Anzeige von Mueller gegen Trumps ehemaligen Wahlkampf-Manager Paul Manafort richtet.

Manafort befindet sich schon länger im Fokus der Ermittlungen rund um die Russland-Affäre und der mutmaßlichen Absprachen zwischen Trumps Team und Personen aus Russland.

Das FBI soll den zwielichtigen Lobbyisten abgehört haben, Manafort selbst trat während des US-Wahlkampfes von seinem Posten im Trump-Team zurück - wegen seiner Geschäfte mit pro-russischen Gruppen in der Ukraine.

Trump-Lager keilt gegen Mueller

Das Lager um den US-Präsidenten ging am Wochenende in die Offensive - und attackierte Sonderermittler Mueller.

Trumps ehemaliger Berater Sebastian Gorka schrieb am Samstag an Mueller gerichtet: "Wenn das Team dieses Mannes an diesem Wochenende Haftbefehle ausstellt, sollte Donald Trump ihm seine Befugnisse entziehen."

Bereits am Freitagmorgen hatte der republikanische Gouverneur Chris Christie die Integrität von Sonderermittler Mueller angezweifelt - und ihm empfohlen, zurückzutreten.

Die Attacken der Republikaner deuten darauf hin, wie nervös das Trump-Lager die Fortschritte von Mueller aufnimmt.

Der Ermittler und ehemalige FBI-Chef hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Unterlagen aus dem Weißen Haus durchforstet, auch Finanzdokumente von Trumps Unternehmen liegen ihm vor. Mueller interviewte zudem ehemalige und derzeitige Mitarbeiter von Donald Trump.

Nun scheint Mueller vor einem ersten Durchbruch in der Russland-Affäre zu stehen - und die Sorgen im Trump-Lager vor den möglichen Enthüllungen wächst offenbar.

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