Anzügliche Sprüche und Sex-Spielzeug: Sexismus-Skandal erschüttert das britische Parlament

Veröffentlicht: Aktualisiert:
HOUSE OF COMMONS BRITAIN
Das britische Unterhaus (Archivbild) | Handout . / Reuters
Drucken
  • Mehrere Fälle von Sexismus in der Politik sorgen in Großbritannien für Aufregung
  • Premierministerin May mahnte, die Disziplinarmaßnahmen für Parlamentarier hätten nicht genügend "Biss"

Die britische Politik befindet sich in Aufruhr. Mehrere Abgeordnete des britischen Parlaments beschwerten sich kürzlich, dass Vorwürfe sexueller Belästigung nicht ernstgenommen werden würden, wie die britische Zeitung "Guardian" berichtete.

Hinzu kam am Sonntag die Enthüllung: Investitions-Staatssekretär Mark Garnier soll seine frühere Sekretärin losgeschickt haben, in einem Sexshop zwei Vibratoren zu kaufen. Zudem soll er der Frau den Namen "Zuckerbrüste" verpasst haben. Das berichtete die "Daily Mail" am Sonntag.

Witz über Weinstein

Es ist nicht der einzige Fall von Sexismus, der Großbritanniens Politik derzeit beschäftigt. Umweltminister Michael Gove entschuldigte sich am Samstag für einen Witz über den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, wie die britische Ausgabe der HuffPost berichtet.

Gove sagte in einer Radioshow, sich auf ein Interview mit dem Journalisten John Humphrys einzulassen, sei "wie in Harvey Weinsteins Schlafzimmer zu gehen - man kann nur beten, dass die Würde intakt bleibt."

Weinstein wird von dutzenden Frauen beschuldigt, sie sexuell belästigt oder vergewaltigt zu haben. Gove sprach von einem "ungeschickten" Versuch, einen Witz zu machen.

Arbeits- und Rentenminister Stephen Crabb wird vorgeworfen, einer 19-Jährigen "explizite" Nachrichten nach einem Vorstellungsgespräch geschickt zu haben.

May und Corbyn verlangen Maßnahmen

Als Reaktion auf die Vorwürfe schrieb Premierministerin Theresa May einen Brief an den Sprecher des Unterhauses, John Bercow. Darin heißt es, die derzeitigen Disziplinarmaßnahmen für Parlamentarier hätten nicht genügend "Biss".

Weiter schrieb May: Es sei "wichtig, dass alle, die im Unterhaus arbeiten, anständig und fair behandelt werden - wie das an einem modernen Arbeitsplatz zu erwarten ist."

Auch Labour-Chef Jeremy Corbyn warnte vor einer "verzogenen und erniedrigenden Kultur", in der Missbrauch von Frauen zu lange hingenommen worden sei.

2017-07-23-1500833626-3203653-DerHuffPostWhatsAppNewsletter6.png
Die wichtigsten News des Tages direkt aufs Handy - meldet euch hier an.


(jg)

Korrektur anregen