Nach Entmachtung von Puigdemont: Katalanische Separatisten verlieren in Umfragen

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PUIGDEMONT
dpa
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  • Die katalanischen Unabhängigkeits-Bewegung steht vor einer krachenden Niederlage
  • Die Separatisten müssen bei der Neuwahl mit einem Verlust der Mehrheit im Regionalparlament rechen

Die Separatisten haben in Katalonien offiziell nicht mehr das Sagen.

Bis zur Neuwahl im Dezember wird die Region von Madrid aus gelenkt. Der abgesetzte Regionalpräsident Carles Puigdemont erkennt seine Entmachtung zwar noch nicht an - dabei könnte er schon am Montag hinter Gittern sitzen.

Mehr noch: Die Separatisten müssen bei der Neuwahl nach einer Umfrage mit einem Verlust der Mehrheit im Regionalparlament rechen.

Nur noch 65 Sitze

Mit den Unabhängigkeitsbestrebungen wäre es dann zu Ende.

Bei einem Urnengang zum jetzigen Zeitpunkt würden die drei nach Unabhängigkeit der spanischen Region strebenden Parteien zusammen auf höchstens 42,5 Prozent der Stimmen und damit 65 Sitze kommen, wie aus einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage des angesehenen Forschungsinstituts Sigma Dos im Auftrag der Zeitung "El Mundo" hervorgeht.

Für die absolute Mehrheit sind in Barcelona mindestens 68 Sitze nötig.

Die separatistische Allianz Junts pel Sí (Gemeinsam fürs Ja) und die linksradikale Partei CUP (Candidatura de Unidad Popular), die das Regierungsbündnis unterstützte, hatten bei der Wahl von 2015 zusammen 47,7 Prozent erhalten und waren damit auf insgesamt 72 Sitze gekommen.

Madrid stellt Katalonien unter Zwangsverwaltung

Nach der Sigma-Dos-Umfrage würde Junts pel Sí jetzt nur noch 36,2 Prozent erhalten und somit im Vergleich zu den Wahlen von vor zwei Jahren 3,3 Prozentpunkte verlieren.

Ob diese Allianz, die von der liberalen PDeCat (Partido Demócrata Europeo Catalán??) des von der spanischen Regierung abgesetzten Regionalpräsidenten Carles Puigdemont und der linken ERC (Esquerra Republicana de Catalunya) gebildet wurde, bestehen bleibt, ist fraglich. Zumal die ERC mit 26,4 Prozent erstmals in ihrer Geschichte stärkste Partei sein würde.

Madrid stellte die autonome Gemeinschaft Katalonien am Samstag unter Zwangsverwaltung. Ministerpräsident Mariano Rajoy beauftragte nach Medienberichten seine Vize Soraya Sáenz de Santamaría mit der Übernahme der täglichen Amtsgeschäfte in der Region.

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