"Dann bleibt Jamaika ein Luftschloss": FDP-Chef Lindner stellt Koalition mit den Grünen infrage

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"Dann bleibt Jamaika ein Luftschloss": FDP-Chef Lindner stellt Koalition mit den Grünen infrage | dpa
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  • Nach den schwierigen Jamaika-Verhandlungen wird der Ton unter den Parteien zusehends rauer
  • FDP-Chef Christian Lindner stellt nun sogar die gesamte Koalition infrage - und kritisiert die Grünen
  • Ähnlich äußerte sich CSU-General Andreas Scheuer

Der Ton unter den Jamaika-Verhandlern wird zusehends rauer.

Grüne und FDP streiten sich bei den Sondierungen vor allem über den Klimaschutz. Außerdem ist bei den Gesprächen die Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik ein zentrales Streitthema.

In der "Bild am Sonntag" stellt der FDP-Chef Christian Lindner nun sogar die gesamte Koalition infrage.

Lindner: "Grüne treiben Protestwähler in die Arme der AfD"

"Wenn die Grünen sich bei den zukünftigen Gesprächen nicht bewegen, bleibt Jamaika ein Luftschloss"; sagte er.

Lindner lehnte eine unbegrenzte Ausweitung des Familienzuzugs von Flüchtlingen und einen "überhasteten Kohleausstieg" erneut ab. "Mit den grünen Plänen würde man Pro­test­wäh­ler in die Arme der AfD trei­ben, statt sie von dort zu holen"

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt äußerte sich in der Zeitung ähnlich.

Scheuer: "Zuwanderung ist eine Frage der nationalen Bedeutung"

"Wenn die Grünen bei ihrer Position bleiben, wird eine Regierungsbildung mehr als schwierig", sagte Scheuer.

Die Zuwanderung sei eine "Frage von nationaler Bedeutung", sagte der CSU-Politiker. "Die Grünen müssen endlich verstehen, dass es hier um unser ganzes Land geht und nicht um die Prenzlauer-Berg-Mentalität der Wohlstands-Grünen."

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP im Bundestag, Alexander Graf Lambsdorff, wirbt für Geduld bei den Jamaika-Sondierungen.

Lambsdorff: "Vertrauen braucht Zeit"

"Vertrauen braucht Zeit", sagte er der "Welt am Sonntag". "Die Sondierungen haben gut angefangen, aber jetzt sind wir in einer schwierigen Phase", so der FDP-Politiker.

Angesichts der unterschiedlichen Partner sei es normal, dass es anfangs "noch verschiedene Deutungen gibt und auch mal rumpelt".

Lambsdorff appellierte an die Grünen und seine eigene Partei, aufeinander zuzugehen. Es bleibe ihnen "gar nichts anderes übrig, als miteinander zu reden".

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