Mann steckte absichtlich 29 Frauen mit HIV an – jetzt hat er seine gerechte Strafe bekommen

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Mann steckte absichtlich 29 Frauen mit HIV an – jetzt hat er seine gerechte Strafe bekommen (Symbolbild) | Photograph by Arturo Latierro "EwarArT" via Getty Images
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  • Mann hat HIV und hat ungeschützt Geschlechtsverkehr
  • 33 Menschen sind danach infiziert
  • Wieso der Italiener nicht lebenslänglich bekam

Eine Geschichte, bei der es einem kalt den Rücken runterläuft: Ein 33-jähriger Italiener ist zu 24 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte wissentlich dutzende Menschen mit HIV infiziert. Der HIV-Erreger löst die Immunschwächekrankheit Aids aus.

Bei dem Verurteilten war 2006 eine HIV-Infektion festgestellt worden. Trotzdem hatte der Buchhalter mit etlichen Frauen ungeschützten Sex und steckte 29 von ihnen mit dem Virus an, berichten italienische Medien unter Berufung auf das Gerichtsurteil.

Die infizierten Frauen übertrugen demnach den Erreger auf zwei weitere Männer. Zudem wurde der Sohn einer Frau infiziert, die mit dem Verurteilten geschlafen hatte, als sie mit dem heute Fünfjährigen schwanger war. Kennengelernt hatte er die Frauen im Internet, einige von ihnen seien minderjährig gewesen.

Staatsanwaltschaft hatte lebenslängliche Haft gefordert

Der Angeklagte nahm das Urteil regungslos hin, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Einige seiner Opfer, die ebenfalls im Gerichtssaal anwesend waren, brachen in Tränen aus und umarmten einander.

Es war das erste Strafverfahren dieser Art in Italien. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar lebenslängliche Haft gefordert. Doch das Gericht in Rom urteilte nach zwölf Stunden Beratung: Der Angeklagte habe keine "Epidemie“ ausgelöst, indem er das Virus verbreitete. Ob Berufung eingelegt wird, war zunächst unklar.

Es ist nicht leicht, über derart schlimme Erfahrungen zu sprechen. Frauen, denen Ähnliches passiert ist, können sich jederzeit und kostenfrei an die Hotline des karitativen Vereins "Weisser Ring" unter 116 006 wenden. Der bundesweit tätige Opferverein unterstützt Menschen, die Opfer von Gewalt wurden.

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