Fortschritt bei Russland-Ermittlungen: Schon Montag könnte der erste Trump-Vertraute festgenommen werden

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US-Präsident Donald Trump (Archivbild) | GETTY
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  • Bei den Russland-Ermittlungen von US-Sonderermittler Mueller bahnt sich ein bedeutender Fortschritt an
  • Ein Gericht soll erste Anzeigen erstattet haben, berichtet CNN
  • Demnach könnte schon am Montag der erste Vertraute von US-Präsident Trump in Gewahrsam genommen werden

US-Sonderermittler Robert Mueller macht offenbar große Fortschritte. Ein Bundesgericht soll die ersten Anzeigen in den Russland-Ermittlungen, die Mueller leitet, erstattet haben. Das berichtete der US-Sender CNN am Freitagabend.

Derzeit seien die Anklagen auf Anordnung eines Bundesrichters noch unter Verschluss. Es ist also nicht bekannt, wer angeklagt ist und wie die Vorwürfe lauten.

Allerdings könnte(n) die Person oder die Personen bereits ab Montag in polizeilichen Gewahrsam genommen werden, berichtet CNN.

Ein Sprecher von Sonderermittler Mueller wollte den CNN-Bericht gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters nicht kommentieren. Sollten die Informationen allerdings stimmen, würde das einen bedeutenden Fortschritt in der Untersuchung der Russland-Affäre des Weißen Hauses darstellen.

Mueller ist auch Trump auf den Fersen

Mueller wurde im Mai als Sonderermittler ernannt. Er untersucht die Vorwürfe, dass das Trump-Team sich im US-Wahlkampf 2016 mit Russland abgesprochen haben soll.

Aber auch US-Präsident Donald Trump soll selbst im Visier von Mueller geraten sein, wie US-Medien im Juni berichteten. Demnach gehe Mueller dem Vorwurf nach, Trump habe die Ermittlungen in der Russland-Affäre behindert, indem er den damaligen FBI-Direktor James Comey im Mai feuerte.

Auch wenn sich nun ein Fortschritt der Ermittlungen ankündigt: Die Russland-Affäre wird die US-Justiz und die Medien wohl noch länger beschäftigen. Die Untersuchung werde sich bis 2018 hinziehen, sagte CNN-Rechtsanalyst Jeffrey Toobin.

Noch ist wie gesagt nicht klar, gegen wen sich die Anzeige richtet. Allerdings gibt es einen begründeten Verdacht: Es könnte sich um den ehemaligen Wahlkampf-Manager Trumps, Paul Manafort, handeln. Das sagte ein enger Freund von Trump und Manafort der US-Ausgabe der HuffPost.

Mehr zum Thema: Sonderermittler Mueller ist Trump auf den Fersen - und untersucht nun auch das berüchtigte "Urin-Dossier"

Der zwielichtige Manafort

Manafort trat im August 2016 als Trumps Wahlkampf-Manager zurück. Grund dafür sind seine Geschäfte mit pro-russischen Gruppen in der Ukraine. Im Juni gab Manaforts Lobbying-Firma bekannt, zwischen 2012 und 2014 über 17 Millionen Dollar von pro-russischen Parteien aus der Ukraine erhalten zu haben.

Manafort befindet sich schon länger im Fokus des FBI. Die Behörde habe den Lobbyisten und Berater vor und nach der Wahl abgehört, berichtete CNN im September. Die Ermittler hätten Hinweise gefunden, wonach Manafort Russland ermutigt habe, im Wahlkampf zu helfen.

Paul Manafort selbst wisse nichts über eine mögliche Anzeige gegen ihn, sagte der Vertraute des 68-Jährigen der HuffPost. "Es ist eine Schande, was Paul passieren wird", sagte der Freund. "Er war nicht einmal ein Trump-Fan."

Dieser Artikel erschien zuerst auf der US-Ausgabe der HuffPost und wurde von Leonhard Landes übersetzt und editiert.

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(jds)

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