Polio ist fast besiegt - doch die Impfung gegen Kinderlähmung ist trotzdem wichtig

Veröffentlicht: Aktualisiert:
VACCINATE
Polio - oder die sogenannte Kinderlähmung - ist fast besiegt. Lediglich in Afghanistan und in Pakistan sind laut der "Global Polio Eradication Initiative" in diesem Jahr neue Polio-Fälle aufgetaucht. | VOISIN/PHANIE via Getty Images
Drucken
  • Das Polio-Virus kann bei Kindern dauerhafte Lähmungen auslösen
  • In Deutschland ist die Krankheit besiegt - wieso Impfen trotzdem sinnvoll ist

Polio - die sogenannte Kinderlähmung - ist fast besiegt. Lediglich in Afghanistan und in Pakistan sind laut der "Global Polio Eradication Initiative" in diesem Jahr neue Polio-Fälle aufgetreten.

Zu unterschätzen ist die Poliomyelitis jedoch nicht. Die hoch ansteckende Infektionskrankheit betrifft vor allem Kinder unter fünf Jahren. Aber auch Erwachsene können sich anstecken.

Wie gefährlich Kinderlähmung ist

Eine von 200 Infektionen führt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu dauerhaften Lähmungen. Bei fünf Prozent der Betroffenen kann die Krankheit die Atmung lähmen und damit zum Tod führen.

Der Polio-Virus wird vor allem durch Fäkalien übertragen. Aber es sind auch Infektionen von Mensch zu Mensch oder über verseuchtes Wasser beziehungsweise Essen möglich.

Trotzdem: In Deutschland ist der letzte Fall laut dem Robert-Koch-Institut 1992 dokumentiert worden. Experten führen das auch auf die flächendeckende Impfung mit einem inaktivierten Poliomyelitis-Impfstoff zurück. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung - auch bei Reisen in betroffene Länder. Denn immer noch kann das Virus durch Reisende nach Deutschland eingeschleppt werden.

2017-06-20-1497957385-7066081-HuffPost1.png
Erste Worte, erstes Durchschlafen - und der erste Kita-Platz: All das ist Thema in unserer Eltern-Gruppe bei Facebook. Meldet euch hier an.

Mehr zum Thema: Norovirus in Berlin: Diese Symptome solltet ihr jetzt kennen

Merkel ruft zum Impfen auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum Welt-Polio-Tag am 28. Oktober daher zum Impfen aufgerufen. Es gelte, Risiken von schwierigen Erkrankungen zu vermeiden, sagte Merkel in ihrem Video-Podcast.

Früher hätten viele Menschen unter Kinderlähmung gelitten, so Merkel. Die Impfungen dagegen hätten sich als sehr wichtig herausgestellt. Seit Langem habe es in Deutschland keinen neuen Fall gegeben, und sie hoffe, "dass das so bleibt".

Impfstoffe würden ständig weiter entwickelt und seien für die allermeisten Menschen heute gut verträglich, so die Kanzlerin. "Wir wissen zum Beispiel bei Masern, dass wir zum Teil auch wieder steigende Fälle haben, und da kann das Impfen wirklich helfen."

Der Forderung nach einer Impfpflicht schloss sich Merkel nicht an. "Die Hürden für den Staat, so eine Verpflichtung auszusprechen, sind aus guten Gründen in Deutschland recht hoch."

Mehr zum Thema: "Jedes Kind hat ein Recht auf Impfen" - Appell eines Arztes an alle Eltern

(sk)

Korrektur anregen