"#MeToo": Uschi Glas und Nina Brandhoff erzählen ihre Erfahrungen

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Uschi Glas (l.) und Birgit Schrowange sind seit vielen Jahren in der Unterhalungsbranche tätig

Im Zuge des Skandals um den amerikanischen Filmproduzenten Harvey Weinstein (65) hat sich herausgestellt, dass sexuelles Fehlverhalten, Belästigungen und gar Übergriffe nicht nur in der Traumfabrik Hollywood zum Alltag gehören. Auch in der deutschen Unterhaltungsbranche scheint dies keine Seltenheit zu sein. Immer mehr deutsche Promis sind mit ihren schlimmen Erfahrungen an die Öffentlichkeit gegangen. Hier ein Überblick.

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"Aber keiner sagt etwas"

Schauspielerin Nina Brandhoff (43) ist bekannt aus TV-Serien wie "Der Bergdoktor", "Rosenheim-Cops" und "Um Himmels Willen". Sie sagte gegenüber "Spiegel Online", dass es unter ihren Kollegen "leider" welche gebe, "die ihren Status als Hauptdarsteller ausnutzen". Sie ging weiter ins Detail: "Einer zog mir während einer Drehpause das T-Shirt hoch, um drunter zu schauen. Einer anderen Schauspielerin steckte er einfach seine Zunge ins Ohr. Er belästigt fast jede Frau am Set. Alle bekommen es mit. Aber keiner sagt etwas, dazu ist er für die Serie zu wichtig."

Doch nicht nur von Szenenpartnern habe sie derartiges Verhalten zu spüren bekommen. Vor nicht allzu langer Zeit habe ein Regisseur zu ihr gesagt, der ihr eine Rolle in Aussicht gestellt hatte: "Ich würde jetzt gern deine Brüste aus deinem Ausschnitt holen und daran herumspielen." Laut Brandhoff profitieren die Täter "von dem Schweigen der Opfer und deren Scham".

"Verbale sexuelle Belästigung"

TV-Schauspielerin Tina Ruland (51) erzählte der Illustrierten "Bunte", dass sie "verbale sexuelle Belästigung durch einen bekannten Produzenten und auch durch einen sehr einflussreichen Regisseur" erlebt habe. "Beide haben sich über meine Bürste ausgelassen", so Ruland.

"Ich lasse mich von niemandem brechen"

Schauspielerin Uschi Glas (73, "Fack ju Göhte") steht seit über 50 Jahren vor der Kamera. Sie erinnerte sich in "Bunte" an einen Vorfall, wo ein Kollege eine Liebesszene ausnutzen wollte. "Er hat den Kuss nicht gespielt, sondern mir seine Zunge in den Mund gesteckt. Das war eine wirkliche Belästigung", so die heute 73-Jährige. Sie habe die Szenen abgebrochen und ihren Kollegen vor dem gesamten Team angeschrien. Damit sei die Sache erledigt gewesen. Ein Regisseur habe ihr zudem einmal erklärt, er wolle sie "brechen". "Damit war das Ding für mich erledigt. Ich lasse mich von niemandem brechen", stellt Glas klar.

"Immer wieder habe ich ihn abgewiesen"

Schauspielerin Mariella Ahrens (48) berichtete gegenüber "Bunte", wie sie ein Regisseur bei den Dreharbeiten zu einer RTL-Serie angebaggert habe. Er sei mitten in der Nacht zu ihrem Hotelzimmer gekommen und wollte etwas besprechen. "Immer wieder habe ich ihn abgewiesen", erzählte Ahrens. Ein halbes Jahr habe ihr "dieser Regisseur dann das Leben am Set zur Hölle gemacht". Sie sei "nie gut genug" gewesen. "Wenn ich mit ihm ins Bett gegangen wäre, hätte ich wahrscheinlich paradiesische Arbeitsbedingungen gehabt. Aber so musste ich da durch", sinnierte die heute 48-Jährige.

"Mir ging es richtig schlecht"

RTL-Moderatorin Birgit Schrowange (59) packte ebenfalls in der "Bunte" über ihre Erfahrungen aus. "Der ZDF-Sendeleiter hat mich 1983 dermaßen bedrängt und genötigt, dass ich mich vor ihm ekelte", erzählte Schrowange. Es blieb nicht nur bei verbalen Äußerungen. "Er fing plötzlich an, mich zu betatschen, legte seine Hand auf mein Knie, streichelte meinen Nacken, wenn er hinter mir stand", erinnerte sich die heute 59-Jährige. Da sie auf seine Einladungen zum Essen nicht eingegangen sei, sei er "richtig fies" geworden und "fing an, mich zu mobben".

Das Mobbing sei sogar so weit gegangen, dass Schrowange Dienste gestrichen wurden und er Anfragen und Einladungen für sie zu Moderationsjobs bei Galas und Veranstaltungen verschwinden ließ. "Mir ging es richtig schlecht, körperlich wie seelisch", so die Moderatorin weiter.

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