"Fürchte dich": Darum geht' im Grusel-"Tatort" auf Frankfurt

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Fanny (Zazie de Paris, links) und Anna Jannecke (Margarita Broich) erleben unerklärliche Dinge

Einen "sehr, sehr, sehr speziellen 'Tatort'" hatte Margarita Broich (57) spot on news auf dem Münchner Filmfest versprochen - und diese Umschreibung bringt es auf den Punkt. Denn, pünktlich zu Halloween, begibt sich der Frankfurter "Tatort" ins Horrorgenre.

Darum geht es

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Ein alter Mann (Axel Werner) nähert sich nachts dem Haus von Fanny (Zazie de Paris) und Brix (Wolfram Koch). Dort versucht er vergeblich, das Haus in Brand zu setzen und bricht schließlich zusammen. Dem zu Hilfe geeilten Brix erzählt er kryptische Dinge, wobei er auf ein Dachfenster starrt. Brix folgt dem Blick und findet dort unter den Holzdielen ein Kinderskelett.

Er bittet seine Kollegin Anna Janneke (Broich), auf Fanny aufzupassen, die sich zunehmend seltsamer benimmt, während er sich auf den Weg macht, das Geheimnis des toten Kindes aufzuklären. Immer an seiner Seite: Merle (Luise Befort), die Enkelin des alten Mannes, die sich hartnäckig an Brix' Fersen heftet. Nach und nach decken sie die finstere Vergangenheit des Hauses auf.

Im Haus von Fanny und Brix spukt es neuerdings

Lohnt sich das Einschalten?

Ja - sofern man die Nerven für das Genre mitbringt. Denn bei diesem "Tatort" ist der Titel Programm. Rein handwerklich ist Regisseur Andy Fetscher, der gemeinsam mit Christian Mackrodt auch das Drehbuch schrieb, ein atmosphärischer Horrorfilm gelungen, der nicht an Schockmomenten spart. Dabei mag er bisweilen tief in der Klischeekiste wühlen, doch obwohl sämtliche Horrorelemente keinem Genrefan etwas Neues bieten, sind sie effektiv inszeniert und mit dem nötigen Quäntchen Selbstironie zu einer Hommage an den klassischen Geisterfilm verwoben.

Doch passt das alles in einen "Tatort"? Absolut: Das gewagte Experiment, einen Krimi mit paranormalem Horror zu verbinden, geht tatsächlich auf. Dass Jannekes Erzählerstimme als Rahmen fungiert erlaubt es, innerhalb des Geisterhauses aus dem Vollen des Horrorfilmfundus' zu schöpfen, während der pragmatischere Brix sich bemüht, einen 60 Jahre alten Kriminalfall aufzuklären. Dessen Auflösung ist so herzzerreißend, dass es über die absurderen Abläufe des großen Finales hinwegsehen lässt. Ein wahrlich spezieller "Tatort" - und das im besten Sinne.

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