Die HuffPost an Bord des letzten Air-Berlin-Flugs: Passagiere werden gebeten, ein ganz bestimmtes Lied zu singen

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AIRBERLIN
Tränenreicher Abschied: Air-Berlin-Crew hängt vor dem letzten Flug einen Brief an ihren Chef auf | Jonas
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  • Schon vor dem letzten Air-Berlin-Flug weinten mehrere Flugbegleiter
  • Ein Air-Berlin-Mitarbeiter schrieb offenbar einen wütenden Brief an seinen Chef
  • Die HuffPost sammelt live die bewegenden Eindrücke

Ein letztes Mal hebt eine Air-Berlin-Maschine ab. Von München nach Berlin-Tegel geht der letzte Flug der insolventen Airline. Der Start war für 21.35 Uhr vorgesehen, er verzögerte sich um fast eine Stunde.

Schon vor dem Abflug flossen Tränen.

Die HuffPost war an Bord – und hat einige der bewegendsten Momente vor und während der Reise gesammelt.

Der langjährige Air-Berlin-Chef Joachim Hunold bedauerte das Ende für das von ihm aufgebaute Unternehmen. "Es ist eine tiefe Traurigkeit in mir", sagte Hunold vor dem letzten Flug.

"Wissen Sie, wieviele Tränen geflossen sind?"

Es gehe "ein Lebenswerk zu Ende". Für ihn sei es deshalb eine "Ehrensache, bei dem letzten Flug dabei zu sein".

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Hunold (links) vor dem letzten Flug, Foto: Uschi Jonas

Dem amtierenden Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann hinterließ ein Mitarbeiter derweil einen bewegenden Brief am Check-in-Schalter.

Auf dem Zettel, der offenbar mehrere Stunden vor dem Abflug aufgehängt wurde, stand:

"Sehr geehrter Herr Winkelmann, wissen Sie, wieviele Tränen in den letzten Tagen vergossen worden sind? Ist Ihnen bewusst, wieviele es heute noch werden? Verantwortung hat man immer für Menschen und nicht für 4,5.... Setzen Sie ein Zeichen! Verzichten Sie! Danke liebe Airberliner, dass ich die letzten Jahre mit euch fliegen durfte."

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Der Brief eines Mitarbeiters, Foto: Focus Online

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Winkelmann sollen 4,5 Millionen Euro ausgezahlt werden, die über eine Insolvenzversicherung abgesichert wurden. Zahlreichen Mitarbeitern droht derweil der Absturz in die Arbeitslosigkeit.

Abschiedsgruß auf der Bordkarte

Das Unternehmen hatte indes einen Abschiedsgruß auf die Bordkarten gedruckt. "Take Care, Tschüß and Bye Bye", hieß es darauf. "Wir Airberliner sagen Danke."

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Eine Bordkarte, Foto: Jonas

Bereits vor dem Abflug kamen mehreren Flugbegleitern die Tränen.

Sie verteilten Zettel: Darauf der Songtext der Air-Berlin-Werbehymne "Flugzeuge im Bauch". Die Passagiere werden gebeten, das Lied mitzusingen.

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Beim Einsteigen unterschrieben zahlreiche Passagiere auf der Maschine.

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Und dann hob sie ab. Ein letztes Mal.

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