So verkraftete Hillary Clinton ihre Niederlage

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Hillary Clinton bei einem Auftritt in New York

Hillary Clinton (70) scheint wieder in Feierlaune zu sein - und das ist auch gut so, schließlich wird sie heute 70 Jahre alt. Freuen darf sie sich derzeit nicht nur über ihren runden Geburtstag, sondern wohl auch über ihren Kontostand. Ihre Niederlage im Präsidentschaftsrennen gegen Donald Trump (71) im vergangenen November hat sich Clinton vergoldet.

"What Happened" von Hillary Clinton finden Sie hier

So reich ist sie

Der Traum, die erste US-Präsidentin zu werden, ist geplatzt, zum Trostpreis wurde für Hillary Clinton ein Buch, das die Bestsellerlisten stürmte. Mit "What Happened" verarbeitete sie ihre Niederlage gegen Trump. Die ehemalige US-Außenministerin sorgte auch mit einer großangelegten Buch-Tour dafür, dass die Kasse klingelt. Wenn ihr Vorschuss nahe den 14 Millionen Dollar gelegen habe, die Clinton angeblich für ihr Buch "Hard Choices" (2014) bekommen haben soll, habe sie wohl schon eine ordentliche Summe eingestrichen, schreibt "townandcountrymag.com".

Seit ihr Mann, Ex-US-Präsident Bill Clinton (71), das Weiße Haus 2001 verlassen hat - angeblich pleite -, häufte das Paar Schätzungen zufolge ein Vermögen von gemeinsam etwa 240 Millionen Dollar an, heißt es. Bücher und Auftritte als Redner sicherten das Vermögen. Laut "Forbes" scheffelte Bill mit 189 Millionen einen Großteil des Geldes, stolze 51 Millionen stammen demnach aber auch von seiner Frau. Anderen Schätzungen zufolge ist Hillary Clinton angeblich zwischen 11 und 52 Millionen Dollar schwer.

Das half ihr nach der großen Niederlage

Dass sie Donald Trump im Kampf um das Weiße Haus unterliegen würde, kam offenbar auch für Clinton selbst völlig unerwartet. "Ich dachte, ich würde gewinnen", sagte sie der BBC. "Ich dachte, ich würde diese wunderbare Verantwortung und große Ehre erhalten, die erste Frau im Präsidentenamt zu werden." Und dann sei alles über ihr zusammengebrochen.

Bei einem Auftritt vor einer Kirchengemeinde verriet sie zudem, dass sie das ganze Gewicht der Niederlage erst im Auto gespürt habe, als sie mit Ehemann Bill in der Wahlnacht auf dem Heimweg war. "Wir waren auf der Rücksitzbank. Ich konnte nicht reden, ich hatte wirklich keine Kraft mehr." Geholfen habe ihr unter anderem ihr Glaube. Der habe ihr den Mut gegeben, aufzustehen und weiterzumachen. Am Ende sei es eine Mischung aus Gebeten, Yoga, die Unterstützung von Familie und Freunden sowie eine angemessene Portion Chardonnay gewesen, die ihr den Weg zurück geebnet habe, sagte Clinton laut CNN.

Eine Hollywood-reife Ehe

Wie sehr ähnelt die Ehe der Clintons, geschlossen schon 1975, der von Frank und Claire Underwood? Nicht nur einmal wurde der Vergleich zwischen dem wahren Politiker-Paar und den machthungrigen Figuren aus der Serie "House of Cards" gezogen. Wenig schmeichelhaft, gehen die Underwoods schließlich nicht nur Affären ein, sondern auch über Leichen. Was die sexuellen Abenteuer angeht, bot Bill Clinton durch seine Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky (44), die im Januar 1998 rauskam, natürlich eine Hollywood-reife Vorlage. Warum blieb Hillary Clinton damals bei ihrem Mann?

Das fragte sich auch Ivana Trump (68), Donald Trumps erste Frau. Und sprach Hillary Clinton offenbar persönlich darauf an, als sie sie 1992 einmal traf: "Ich bin zu ihr gegangen und fragte: 'Wie kommen Sie damit klar?' Sie wusste, dass ich von der Affäre sprach", schreibt Ivana in ihrer gerade erschienen Autobiografie "Raising Trump": "Sie hat mich nur angesehen und ist weggegangen." Sie habe sich oft gefragt, welchen Verlauf Hillary Clintons Leben genommen hätte, so Ivana Trump, wenn sie Bill nach dem Lewinsky-Skandal verlassen hätte.

Zweifel an ihrer Ehe hatte natürlich auch Hillary Clinton selbst, wie sie in "What Happened" erzählt. Monica Lewinsky erwähnt sie zwar nicht namentlich, schreibt aber, dass es Zeiten gab, in denen sie zutiefst unsicher gewesen sei, ob ihre Ehe mit Bill überleben kann oder soll. Letztendlich sei sie bei ihm geblieben, weil sie ihn liebe.

Ihre Pläne für die Zukunft

Die aus Chicago stammende Clinton hatte schon eine beachtliche Karriere als Rechtsanwältin hingelegt, bevor sie 1993 zur First Lady wurde. 2000 wurde sie in den Senat gewählt, dem sie von 2001 bis 2009 angehörte. Im Anschluss war Clinton bis 2013 Außenministerin der USA, dann trat sie als erste Frau für eine der beiden großen Parteien im Präsidentschaftsrennen an. Was hat die 70-Jährige jetzt noch vor? Um das Präsidentenamt wird sie sich jedenfalls nicht noch einmal bewerben, wie sie laut "cnbc.com" sagte. Aber sie wolle in der Politik aktiv bleiben und weiter gegen Trump kämpfen. Dazu gehöre, dass sie Geld sammle und Kandidaten und die Demokratische Partei unterstütze.

Vielleicht springt sie aber auch ab und zu als Babysitterin für ihre Enkelkinder ein. Chelsea Clinton (37), das einzige Kind von Bill und Hillary, hat aus ihrer Ehe mit dem Investmentbanker Marc Mezvinsky (39) eine dreijährige Tochter und einem im Juni 2016 geborenen Sohn.

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