Professorin spricht in einer Vorlesung über das Kopftuchverbot - und sorgt für einen Eklat

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Professorin spricht in einer Vorlesung über das Kopftuchverbot - und diskriminiert eine Studentin. | Getty Images/iStockphoto
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  • In Würzburg soll eine Professorin eine Studentin mit Kopftuch diskriminiert haben
  • Sie soll die religiöse Kopfbedeckung als "respektlos" und "ablenkend" bezeichnet haben
  • Die Grüne Jugend zeigte sich über den Vorfall sehr empört

Laut der Grünen Jugend soll eine Professorin in Würzburg eine Studentin aufgrund ihres Kopftuchs diskriminiert haben.

In einer Einführungsveranstaltung soll die Professorin Gisela Müller-Brandeck-Bocquet eine Debatte über die Respektlosigkeit jeder Art von Kopfbedeckungen in Vorlesungssälen begonnen haben.

Die Professorin ist laut der Grünen Jugend Würzburg der Meinung, dass auch Kopftücher aus religiösen Gründen respektlos seien und vom Inhalt der Vorlesung ablenken würden.

Die Grüne Jugend ist empört über den Vorfall

Die Grüne Jugend zeigt sich sehr empört über die Aussagen der Inhaberin der Professur für Europaforschung und Internationale Beziehungen.

Magdalena Bachinger, Beisitzerin im Vorstand der Grünen Jugend, sagte der Website “Würzburg Erleben”, dass es vielmehr respektlos und ablenkend sei, wegen eines Kopftuchs eine Vorlesung zu unterbrechen.

Die Aufforderung, das Kopftuch während der Vorlesung abzunehmen, sei an einer öffentlichen Einrichtung, die tolerant, weltoffen und diskriminierungsfrei sein sollte, nicht tragbar.

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Aus Protest verließen viele Studierende die Vorlesung

“Wir empfinden das Verhalten der Professorin als öffentliche Demütigung. Das Kopftuch ist Teil einer individuellen Religionsausübung. Dieses zu verbieten, ist diskriminierend, abwertend und verstößt sowohl gegen die in Deutschland festgelegte Religionsfreiheit, das Grundgesetz als auch das Selbstbestimmungsrecht von Frauen”, fügte Bachinger hinzu.

Hinweise der Studierenden auf Religionsfreiheit soll die Professorin mit der Erklärung abgetan haben, dass eine solche in der Gesellschaft herrschen kann, nicht aber in der Wissenschaft.

Ein Großteil der Studierenden soll daraufhin aus Protest die Vorlesung der Professorin verlassen haben.

Auf eine Anfrage der HuffPost zu dem Vorfall hat die Universität Würzburg bisher noch nicht reagiert.

Die Webseite "Islamiq" verwies am späten Nachmittag auf eine Mitteilung der Universität. Die Professorin werde darin mit dem Satz zitiert: "Seit vielen Jahren pflege ich in meinen Vorlesungen die Zuhörer um die Abnahme von Kopfbedeckungen zu bitten, als Zeichen des Respekts vor einer universitären Einrichtung und vor mir als vortragender Professorin.“ Damit seien in der Regel Männer gemeint, die Kappen trügen.

Als sie die Studentin aufgefordert habe, im Zuge der Gleichberechtigung ihr Kopftuch abzulegen, habe die Studentin Kritik geäußert.

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(lm)

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